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�melBiiHe
freiheil
T i t e l b i l d : G e r k e / B i n t i u p
Ist unser Diskussionsforum!
"Die Herausgabe einer Schüierzeitung unterliegt nicht der Genehmigung durch den
Schulleiter oder die Schuiaufsichtsbehörde. Eine Zensur findet nicht statt."
Die Fesseln sind gesprengt! Nachdem das Land Hessen schon seit geraumer Zeit
die Zensur von Schüierzeitungen aufgehoben hat, erließ Jetzt auch der Kultusmi
nister von Nordrhein-Westfoien einen entsprechenden Erlaß. Noch diesem Fortfaii
der Zensur von oben, hoben wir Jetzt die Möglichkeit, frei und unabhängig unsere
Zeitung zu gestalten. Hierzu gehört unbedingt objektive Selbstkritik!
Nun sogt der Erlaß des Kultusminlsters!"Die Schülerzeitung ist nicht nur ein Mit
teilungsblatt, sondern auch ein Diskussionsforum." Ferner:"Sie diene dem Gedan
kenaustausch unter den Mitgliedern der Schule, besonders den Schülern, über alle
v o r h a n d e n e n P r o b l e m e . "
Dies betrachtet, muß unsere Selbstkritik lauten:"Wehe, wenn wir noch einmal ver
sagen und unseren Mund nicht aufmachen. 1 .000 Schüler und eine Leserzuschrift.
Das sollte dos Nachdenken anregen. Denn das ist ein Zeichen dafür, daß wir die gs
rade errungene freiheitlichere Form nicht zu gebrauchen wissen. Wenn wir uns
Jetzt nicht kritisch selbst betrachten und nicht die Chance nutzen, durch die Schü
ierzeitung unsere Meinung wirksam.zu machen, wird diese wichtige Freiheit wieder
fortfallen, denn ohne dos könnte die Schüierzeitung nicht mehr länger bestehen.
Die Schüierzeitung
Ein poor Entschlossene sprachen gegen die Zensur und die Bevormundung einer Di
kussion unter Schülern (bezw. einer Schülerzeitung). Es wurde ober nicht sogleic
etwas unternommen. Der Erlaß ließ auf sich warten. Ein Unbehagen breitete sich c
Wir werden zensiert, bevormundet, unterdrückt? Dieses ängstliche Unbehagen war
es, was wir vernichten wollten. Wir lehnten uns nur deshalb gegen Unfreiheit auf,
weil wir dieses unangenehme, ärgerliche Gefühl vertreiben wollten. Kaum war die
Freiheit ober da, kaum war die Zensur gefallen, legten wir uns auch schon wieder
auf die behagliche "foule Haut": Irgendwer brächte die Schüierzeitung, die Diskus
sion von Problemen, schon zustande. Irgendwer! der die Diskussion zustande brin
Weich ein Trugschluß! ! Denn dieser "IRGENDWER!"'sind wir - die Schüler - sel
ber. Wir selber müssen durch die Schüierzeitung unsere Meinung äußern und Arti
kel zu Problemen schreiben, die diese Meinungen hervorrufen. Die Zeltung dient
dabei als Diskussionsleiter: sie sammelt Antworten und Meinungen, veröffentlicht
sie, gibt die Stellungnahmen bekannt und faßt die Ergebnisse dieser sehri.ftliehen
Diskussion zusammen. Wenn wir ober in den alten, untätigen Trott verfallen, sind
wir dazu nicht fähig. Wir müssen Jetzt uns informieren, uns unsere Meinung bilden
Dann sollen die anderen Meinungen angehört werden, und dann schließlich sollte e:
z u e i n e r L ö s u n g k o m m e n .
Noch dieser Idee werden wir eine Informationsgruppe bilden, deren Mitglieder sie'
gegenseitig ständig durch Zeitung, Rundfunk, Fernsehen und durch eigene Erfoh--
rung informieren werden, ihre Ergebnisse dann zusammentragen und als Diskuss/
problem bekanntgeben.
��I
N
H A L T
i n d e r S c h u l e
i m n a h e n O s t e n
D i e M e i n u n g
U m f r a g e
D e u t s c h e S t u d e n t e n
D e m o k r a t i e
B l i t z k r i e g
D e u t s c h - A G
K o l l o q u i u m
V i e t n a m
Begegnung mit einem Weltmeister
B u c h b e s p r e c h u n g
U n t e r s t u f e n a u f s a t z
W e t t b e w e r b
P h o n
S p o r t l i c h e s
M o g e l n
L e h r e r k a r i k a t u r
L e s e l b r i e f
" J a s m i n " k o n t r a " B i d u n g s n i v e a u "
S c h u l e - u n d A u t o r i t ä t • • •
A b i t u r t h e m e n
A b i t u r e n t i a
H o l u n d e r b l ü t e
C h r o n i s c h e s
W a s u n s a m S c h l a u n a u f fi e l . .
- F e s t i v a l
Dieser Ausgabe der Schülerzeitung liegt
eine Werbeschrift der Firma
GÖRTZ-WULF bei.
Wir bitten um freundliche Beachtung.
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■ 1 G g ' c m
�1. "Wo man raucht, da kannst du ruhig harren,
böse Mönschen haben nie Zigarren",
dachte der Schüler und ging auf die Toilette.
2. "Wer will was gelten, der komme selten",
sagte sich der Schüler und schwänzte.
3; "Generale siegen, Soldaten
fallen", und
fragen und Schüler antworten",
"Lehrer
4. "Jedes Böse bringt sein Gutes",
... In der Schule hört man die besten Witze.
5. "Ein Narr kann mehr fragen, als zehn Welse beantworten können"
sagte sich der Schüler, als niemand aufzeigte.
6. "Reden
Ist Silber, Schwelgen
Ist Gold",
d a c h t e d e r S c h ü l e r u n d s c h w i e g .
7. "Alle
für einen
für alle",
sagte die Klasse vor der Arbelt.
, einer
8. "Erinnerungen verschönern das Leben,
aber das Vergessen allein mächt es erträglich",
sagte sich der Schüler und hielt sich ah den 2. Teil.
9. "Den Seinen gibt es der Herr Im. Schlaf",
dachte der Schüler
Im Religionsunterricht.
1 0 . " A r b e l t m a c h t d a s L e b e n s ü 0 " ,
- wenn man sie dem Nebenmann überläßt.
P E T E R P I E T R O W I C Z
J O A C H I M K O L L E N B E R G
T H O M A S V A N D E R B O R G
O
I I I m a
MONSTER TELGTER STRASSE 17 TELEFON 46504
�Die Auswertung der Leserumfrage wird Euch bestimmt olle Interessleren! Deshalb
tobe Ich hier einmal versucht, die wichtigsten Ergebnisse zusammenzufassen und aus-
: u w e r t e n :
ls waren genau 600 Zettel in die elnzeinen Exemplare gelegt worden, davon sind
J3 wieder eingetroffen: etwas mager, möchte Ich sogen, oder nicht? 8 Zettel könn
en wegen der erschreckenden Gelstlosigkelt, teilweise Primitivität des darauf
/erewigten nicht berücksichtigt werden. Man fragt sich wirklich, wer diese Her-
'en waren, die sich da mal wieder so besonders Interessant vorkamen!
-s blieben also noch 85 Zettel zur Auswertung. Sieht man von den 16 ob, die ohne Al-
ersongobe eingingen, fiel auf, daß es Im besonderen 11-15 Jährige waren, die sich
in der Umfrage beteiligten. Einerseits Ist diese Tatsache erfreulich, da damit der
Redaktion Gelegenheit gegeben wurde, die Meinungen und Wünsche der Unterstufen-
chUler besser kennenzulernen, andererseits stellt sie den "häheren Semestern"
n gewisser Welse ein Armutszeugnis aus, da bei Ihnen offensichtlich keine Meinung
o r h o n d e n
I s t .
Jun zu den einzelnen Fragen:
"Welche Artikel hoben Dir nicht gefallen?"
Es waren Im besonderen vier Artikel, die hier genannt wurden, und zwar:
ajpolltlsches b ) vor kurzem. . .(Studie eines Gelehrten) c) der KrImI
d) dos Interview
. "Welche Themen sollten Deiner Meinung noch behandelt, bezw. stärker benück-
s l c h t l g t w e r d e n ? "
Do die Antworten auf diese Frage eigentlich nur Interessant für die Redaktion
sind, möchte Ich sie nicht näher darstellen,
Für eine Trennung sprachen sich 31 Schüler aus, dogegen 54.
. "Befürwortest Du eine scharfe Trennung von Unter-u. MIttel-bezw.Oberstufentel I ? "
. "Würdest Du die Zeltung noch einmal kaufen?"
Nein: 10 Viel leicht: 26 Ja: 48 Ungültig: 1
llgemeln bleibt folgendes zu sogen:
le Redaktion Ist dankbar für die-vlelen Anregungen, die gegeben wurden. Ihr könnt
eher sein, daß Eure Vorschläge sehr sorgfältig In Betracht gezogen werden.
um Schluß noch eine Bemerkung: einigen gefielen die vielen Anzeigen nicht, und. Ich
öchte sogen, fast olle von uns wunderten sich über den hohen Preis der Zeltung.
ält man sich Jedoch vor Augen, daß der Druck Jedes einzelnen Exemplars genau
M 1 ,60 kostet, so rechtfertigt sich die Festsetzung des Preises. Der Rest der Druck-
3sten wird durch die Anzeigen finanziert. Es müssen leider Immer eine bestimmte An-
3hl von Selten für Reklame freigehalten werden, damit die anfallenden Kosten gedeckt
srden können.
) b e r t p o v e l
�A S
d e u t s c h e
Abschrift aus der KPI (kurze Presse-Information)
S T U D I E N A N F Ä N G E R
S t u d i e n j a h r
Qupin|Q
i t u r w i s s e n s c h a f t e n
T h e o l o g i e
K u
Rechts-,Wirtschafts- u.Sozial
w i s s e n s c h a f t e n
M e d i z i n
M a t h e m a t i k U . N a t u r w i s s e n s c h a f t e n
Te c h n . W i s s e n s c h a f t e n
L a n d - U . F o r s t w i s s e n s c h a f t e n
V e t e r i n ä r m e d i z i n
Z u s a m m e n :
1 964/55
1
. 5 2 1
1 0 . 5 8 2
1 2 . 2 8 6
5 . 6 3 4
8 . 5 4 6
5 . 7 5 8
5 1 6
4 8 7
4 5 . 3 3 0
-
u m
1 9 8 0
1
. 4 0 0
2 3 . 8 0 0
2 3 . 6 0 0
1 2 . 5 0 0
1 7 . 7 0 0
1 2 . 3 0 0
8 0 0
8 0 0
9 2 . 9 0 0
« F c i A t v i T Z A H L D E R D E U T S C H E N S T U D I E R E N D E N
1964/65
W i n t e r s e m e s t e r
o .
u m
S t u d i e n r e f .
1 9 8 0
I t u r w i s s e n s c h a f t e n
T h e o i o g i e
K u
Rechts-,Wirtschafts-u.Soziai -
W i s s e n s c h a f t e n
M e d i z i n
M a t h e m a t i k U . N a t u r w i s s e n s c h a f t e n
Te c h n . W i s s e n s c h a f t e n
L a n d - U . F o r s t w i s s e n s c h a f t e n
V e t e r i n ä r m e d i z i n
Z u s a m m e n :
7 . 6 4 5
5 0 . 0 3 0
5 7 . 1 7 8
3 2 . 3 7 9
3 9 . 5 2 3
3 5 . 9 4 3
2 . 3 7 6
1
. 5 6 3
2 2 6 . 6 3 7
6 . 8 0 0
1 0 9 . 4 0 0
1 1 7 . 1 0 0
6 5 . 0 0 0
9 7 . 9 0 0
7 2 . 9 0 0
3 . 1 0 0
3 . 5 0 0
4 7 5 . 8 0 0
Die hohe Zahi von Studenten in den Ku iturwi ssenschaften ist vor aiiem dadurch begrün
det, daß zahireiche Studierende den Lehrberuf erstreben. Eine Neuordnung der Lehrer
ausbildung, die die Universitäten und Pädagogischen Hochschuien nicht mehr scharf vor
e i n a n d e r
t r e n n t , k ö n n t e h i e r e n t i a s t e n d w i r k e n .
^
K - n r v i i v i F
r v T A R 7 ? ?
�"Erziehung muß in sich selbst eine dialektische Funktion erfüllen: sie muß
in die Gesellschaft einüben, gegen sie immunisieren, wo diese zwingen will.
Stereotypen des Denkens und Handelns zu folgen, statt kritischer Einsicht"
-
5 .
3 3 -
Nur wenn es uns gelingt, den Terror, den Erziehung im Raum unserer Ge
sellschaft ausübt, weiter in Bewußtsein zu bringen und zu überwinden,
können wir hoffen, uns gegen den so vorzüglich ausgeübten und erfolgsprä
mierten Ideologiezwang jener Geschichtsmächte zu behaupten, denen das Indi-
vidium als Entscheidungsort der Freiheit ein Dorn im Auge ist." -5. 35 -
A. Mitscherlich, "Auf dem Wege zur vaterlosen Gesellschaft. "(1963) Was hier
A.M. sagt, ist das entscheidende Moment, welches unserem Demokratisierungs
bestrebungen entgegensteht. Man geht davon aus, daß Lehrer, Eltern und
Schüler vertrauensvoll zusammenarbeiten können, da ja gleiche Interessen
vorhanden sein sollen. Damit wird aber darüber hinweggesehen, daß es doch
verschiedene Ansichten, Interessensgegensötze und Konflikte gibt - somit
dos pluralistische Moment geleugnet. Es wird immer zu Kontroversen zwischen
Schülern und Lehrern kommen. Das liegt ganz natürlich im Generationspro
blem. Die augenblicklich regierende Herrschaft will mit allen Mittein versu
chen, ihre Stellung zu behalten. Wir müssen versuchen, sie wachzurütteln
und eine Brücke zu bauen, die bestehende Kluft zu überwinden, -es gibt auch bei
Lehrern solche und solche.. . Dos gleiche gilt auch für unseren Staat. Denn
was ist eine Demokratie ohne Kritik, ohne Unruhen? Der Soziologe Rolf Dah
rendorf (FDP) hat gesagt, "Unruhe ist die erste Bürgerpflicht". Man muß den
Mund aufmachen, natürlich fällt das noch schwer.
Die Schule in ihrer heutigen Form vermittelt ein Fachwissen in dutzend ö
Fächern, ohne daß die Schüler einen Zusammenhang finden können. Kaum einer
der Schüler ist In der Lage zu diskutieren. Woran liegt das? Die meisten
Lehrer reproduzieren Fachwissen, zu einer Diskussion kommt es höchst selten.
Ich meine, man müßte den Oberstufengeschichtsunterricht - nur ein Beispiel -
6
�AUCH WIR KÖNNEN
UNTER DRUCK NICHT
ARBEITEN ...
so gestalten, daß der Lehrer einzig und aiiein Diskussionsleiter ist. Einzel
ne Schüler bereiten sich auf ein Thema vor, t^iferieren darüber, und es foigl
eine sachbezügiiche Diskussion. Ebenso sollten die Lohrer Noten von Arbei
ten rechtfertigen. Man muß das nicht so verstehen, daß nun Jede Arbeit durch
diskutiert wird, sondern es muß eine Instanz für strittige Fälle geben, wo de
Schüler zu seinem Recht kommt, was heutzutage sehr zweifelhaft ist. Es ist
außerdem üblich, die Seschichte bei Bismarck enden zu lassen. Wir braucher
aber das Gespräch über moderne Themen, dos den Einzelnen zu politischer
Stellungnahme zwingt. Die Biologie und Mathematik sind wichtig, aber es ist
eine ebenso wichtige Aufgabe der Schule, uns Schüler zur Demokratie zu er
ziehen, so politisch bewußt zu machen.
"Wer nicht geschunden wird, wird nicht erzogen!" Der hessische Lehrer, de
noch vor wenigen Jahren auf dieser "pädagogischen" Maxime seine Rede zur
Schuientiassungsfeier aufbaute, steht mifseiner Ansicht nicht aiiein. Fabrik
besitzer, die im vorigen Jahrhundert noch so handelten, wissen heute ganz
genau, daß ein freundliches Wort weiterhilft, als dos "Treten" von Untergebi
nen, ober an der Schule gibt es diese Fälle immer noch! Dos dadurch schwel
psychologische Schäden entstehen können, ist immer wieder bewiesen wordei
Aber wer sogt was? Der Lehrer darf nicht mehr der autokratische Herr im h
sein! Wir müssen uns überlegen, was wir tun können. Man muß seibstverstön
zugeben, daß der AUSS in einigen Punkten gröbsten Unsinn redet. Wir müssi
den Lehrern zubilligen, daß auch sie allergisch gegen Kritik sind. Sie haber
bis jetzt noch zu keinem Zeitpunkt die unangenehme Aufgabe gehabt, sich der
Kritik zu steilem. An einem etablierten Großstadtgymnasium hat doch ein Leh
kaum etwas zu fürchten, wenn er sich nicht gerade gröbste Verstöße zuschul
kommen läßt. Auch wir müssen die Toleranz üben, die wir von oben fordern.
Dos scheint heute bei vielen Jugendlichen vergessen zu werden. Wir müssen
uns bei unserem Direktor für das bedanken, was bis jetzt geschehen ist, ab(,
e s d a r f n o c h n i c h t a l l e s s e i n .
K R I T I K z u ü b e n - u n s e r R E C H T !
�:nuier aurren una müssen aie uiskusslon suchen, die echte Diskussion zwar,
:ht den Steinwurf oder dos anarchische Geschrei der Masse. Wir stehen
ch In einem Zeltraum, wo man Erfahrungen sammelt, die Welt des Estobllsh-
mt beobachtet, wir erkundeh Uhd scharfeh In dbr Schule uhsereh Verstand,
ne mit den gleichen Ma'Sstöben gemessen zu werden, die In der Erwachse
nwelt gelten. Bevor wir uns In einem gewissen Sinne "anpassen", haben wir
s Recht zur Auseinandersetzung. Als künftige MTfträger unserer Gesellschaft
issen wir uns schon als Schulen In Kritik üben. Dann da liegt den Fehler uhse-
5 Staates: man geht alle vier Jahre zur Wahl, aber sonst wind kein Wort
s a g t , m a n w i r d z u m S t i m m v i e h .
leh ersten und auch wirklich sinnvollen Schnitt- hat die KSJ mit Ihrem Flug-
i t t g e t a n . S i e
- die Anerkennung den SMV, die als einziges wirksames Organ
f o r d e r t u n t e n a n d e r e m :
S c h ü l e r i n t e r e s s e n a r t i k u l i e r t u n d v e r t r i t t .
Möglichkeiten der unzenslerten Information über schulinterne
und schulpolltlsche Fragen durch die SMV
MItbetelllgung und Mltentscheldung der SMV bei Änderung
oder Neuschaffung einer Schulordnung (ein Punkt, der bei uns trau
rigerweise verpaSt wurde)
Das schulpolitische Engagement der SMV ohne Ausweichen auf
tagespolitische Fragen. Vertreter der SMV werden gewählt,
nicht um Interessen von Partelen oder Weltanschauungen wahr
z u n e h m e n , s o n d e r n d i e
Bereltschaft zum Engagement ynd zur konstruktiven Mitarbeit
besonders der Mitglieder von SchUIerorganlsotlonen.
Möglichkeit der Einflußnahme auf Lehrplan u. Lehrmittelwahl
Auflockerung der Oberstufe durch größere Wahlmöglichkeit
d e r
HlnfUhrung In der Oberstufe auf die Arbeitswelse und Methoden
der Hochschulen (Referate,Fächerwahl .Diskussion, Arbeltsgruppen)
Bekonntgobe aller Noten sofort noch den mündlichen Prüfungen
Einrichtung einer Berufungsinstanz In Streitfällen, die sich
a u s - L e h r a r n
I n t e r e s s e n d e r S c h ü l e r .
F ä c h e r
u n d
S c h ü l e r n
z u s ä m m e n c a t T t .
�HSHMSH ualp JtlJ
OMiaNVHHOng aTP
D E U T S C H
Kann man nicht sagen: "Holdos Welbl " - Ich habe der Reaktion
der Klasse nichts hinzuzufügen.
3 E S C H I C H T E
Panem et clrcens. - SCHWÄCHEN sind etwas ganz GroBartIges.
Also, wer Ist denn Jetzt hier BESCHEUERT?
; T 8 q
Wer macht hier eigentlich so geistig, witzig sein sollende
B e m e r k u n g e n ?
t { o n a
t i i a a
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J a T H
Spionage: Mir scheint, als ob In der Turnstunde Minderwertig
keitskomplexe HOCHGEZÜCHTET werden I
Kommentar Uber einen Schüler, der nach Melnunö cles Lehrers die
Arbelt unglücklicherweise versäumte: Dann möchte man Ihn haben und
wenn man Ihn hätte, dann würde man auch
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I M N A H E N O S T E N
V o r
B L I T Z K R I E G
(Fakten und Aussichten)
Vor etwa einem Jahr, am 5. Juni 1967 ^ntbrannte zwischen Israel und seinen
arabischen Nachbarn ein Krieg,der das militärische Kräfteverhältnis im Na
h e n O s t e n e n t s c h e i d e n d v e r ä n d e r n s o l l t e . D e r k a u m 2 0 J a h r e a l t e J j d e h s t a a t
nahm es mit seinen Nachbarstaaten Ägypten, Jordanien und Syrien auf, vernich
tete innerhalb von 6 Tagen fast die gesamten Streitkräfte dieser Länder und
trieb die bis an die Zähne bewaffneten "Krieger der arabischen Einheit" hin
ter den Suezkanal, den Jordan, beziehungsweise die Goianhöhen zurUck.
i h r e
I n R u s s i a " e r g ä n z t -
f ü r e i n i g e J a h r e , v i e l l e i c h t s o g a r
i m G e g e n t e i l , d i e H o ß t i r a d e n , d i e R a d i o K a i r o
30.750 Menschen, 750 Israeliten und 30.000 Araber sind die traurige Bilanz
eines Krieges, dessen Ergebnis heute, ein Jahr später zwar nicht als sinhios,
aber zumindestehs fragwürdig erschelheh muS. Gewiß, Israel wendete zwar die
G e f a h r e i n e r V e r n i c h t u n g d u r c h d i e A r a b e r
Jahrzehnte ab, und seine Truppen stehen Jetzt 50 km vor Amman und 60 km
vor Kairo, ober bedeutet dos wirklich Sicherheit für den jungen Staat?
Ich glaube, NEIN. Die Araber Uhd ihre moskowiter Verbündeten haben aus die
s e r L e k t i o n n i c h t s g e l e r n t ,
oder Damaskus nach wie vor in den Äther schleudern, haben sich um ein Viel
faches gesteigert. Mit Waffen und Munition aus Moskaus Arsenal gestärkt - die
ungeheuren Mig- und Panzeriücken wurden mittlerweile aufgefüllt und durch
M i t t e l s t r e c k e n r a k e t e n " m a d e
l e t z t e n P r o p a g a n d a -
erfolge anläßlich der Vergeituhgsaktioh ih dem Westjordaniand noch im Ohr,
hoben sie sich längst schon wieder unter ungeheurem-Getöse auf Koiiisions-
kurs mit Israel begeben. Die Terrorkommandos der "Al Fatah", der "palästi-
neschen Befreiungsfront" oder wie die zahlreichen Lintergrundorganisationen
noch alle heißen mägen ^ind besser ausgerüstet,ausgebiidet denn je, und es
vergeht kaum eih Tag, an dem nicht Fahrzeuge auf Minen fahren, Gebäude
in die Luft gejagt oder sonstige Attentate verübt werden. Kein Wunder, daß
Israels Bevölkerung nach Vergeltung schreit, "benehmen sich doch die Araber
fast so, als ob sie gesiegt hätten und nicht die Israeliten (Moshe Dajan). Unter
diesen Umständen genügt nur ein winziger Funke im nahöstllchen Pulverfass und
die Explosion ist da. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, daß
bei der jetzigen Entwicklung besagter Funke früher oder später überspringen
w i r d . A b e r w e d e r
I s r a e l n o c h s e i n e N a c h b a r n k ö n n e n s i c h a l l e 1 0 J a h r e e i n e n
Krieg leisten, der für den jungen Staat, auch wenn er ihn, was mehr als wahr
scheinlich Ist, gewinnt, nur ein Phyrrus-SIeg sein kann. Gewiß, er kann wei
ter vorstoßen, ober Israels umliegende Nachbarn sind groß und Israels Armee
zu klein, um weitere Landgewinne auf die Dauer befrieden zu können. Außer
d e m k a n n s i c h d i e W i r t s c h a f t d e s L a n d e s k e i n e a n d a u e r n d e n m i l i t ä r i s c h e n A k t i
vitäten leisten. Ob ein weiterer Krieg im Mittleren Osten jedoch noch mit kon
ventionellen Waffen geführt wird, ist eine weitere Frage. Das Ägypten mittler-
�1 9 6 8
AFRI-COLA
RAUSCH
("alles ist in AFRI-COLA...")
AFRI-COLA wirkt sofort.
Eine Afri-Cola Spezialität
# AFRI-COLA IST GENUSS MIT DER SCHWARZEN
COLA-BOHNE. FEIERABEND? AFRI-COLA! mini-cola
ALS STIMULANS, sexy-coia STIMMUNGSELIXIER,
super-coia ALKOHOLFREIES PARTY-GETRANK. fiower-
coiaERFRISCHUNGAUCH BEI SCHLECHTEM WETTER.
pop-op-coia DAS ALTE REZEPT UND DIE NEUE KON
ZEPTION. sexy - mini - super ■ flower - pop-op-coia
ALLES IST IN AFRI-COLA. eine AFRI-COLA Produktion.
ist Afri-Cola in der Gastronomie und jetzt auch verstärkt im Hauskonsum über den
Afri-Cola erhalten Sie jetzt überall in der eleganten neuen
In über 380 Produktionsbetrieben und hunderten von Großv^teilerstellen
Lebensmittelhandel, sowie auf Sportplätzen und in Kantinen erhaltlich.
Afri-Cola ist ein Produkt aus dem Hause Afri-Cola-Bluna - Köln.
Afri-Cola erfrischt sofort.
�weile von Moskau mit genug Mittelstreckenraketen ausgerüstet wurde, um Isra
els Städte zu bedrohen, Ist ein offenes Geheimnis und andererseits konnte man
kürzlich in einschiägigen Nachrichtenmagazinen etwas von eineim fronzösisch-
isroeiischen Roketen-Entwickiung und einem Atomreaktor in der Negevwüste
lesen, der sehr wohl imstande sein soli, spoitbares Moterioi für Kernwaffen
h e r z u s t e l l e n .
Es bleibt also nur ejns: Verhandeln! Das wissen auch die verantwortlichen
Herren in Tel Aviv, Kairo, Amman und Damaskus ganz gut, aber beim "wie"
scheiden sich die Geister. Israel fordert erst einen Friedensvertrag, aus
dem sich dann Grenzabsprachen ergeben können. Der arabische Chor yeriangt
ioutstork erst einmal die Räumung des West Jordan landes, der Golanhöhen, des
Gasa-Streifens der Sinai-Halbinsei und vor oilen Dingen Jerusalem, Hier kann
ich nur die israelische Auffassung unterstützen : erst Friedensvertrag,
Aber da sowohl Israel, als auch die Araber in dieser Beziehung keine handbreit
nachgeben wolien, und, wie sie glauben, auch nicht können, wird alles beim
a l t e n b l e i b e n , w e n n n i c h t d i e G r o ß m ä c h t e
i n t e r v e n i e r e n .
Hier taucht nun die Frage auf, ob den Großmächten überhaupt an einem Frie
den in Nah-Ost gelegen sein kann, tun sie doch alles, um das Wettrüsten anzu
kurbeln. Die UdSSR zum Beispiel, braucht einen weiteren Unruheherd. Je
mehr die USA auf Trab gehalten und geschwächt werden, desto besser. Natür
lich ist man in Moskau nicht an einen Krieg 6 i6 1 967 Interessiert, aber Atten
tate, Bomben, Artilleriedueile und israelische Vergeltungsschläge passen gut
in die Rechnung des Kreml. Man hat nur, scheint es mir, die Mentalität der
Araber und die Geduld der Israelis unterschätzt und das könnte sich verhäng
nisvoll auswirken. Die USA müßte theoretisch an einem baldigen Frieden in
teressiert sein, sind sie doch schon in Vietnam mit Glaps Soldaten beschäftigt
und können sich keinen weiteren Kriesenherd leisten. Aber genau wie auch Im
Falle Großbritanniens spielen hier gewichtige Erdbifragen mit, wie ist es
sonst zu erklären, daß man sich*in Washington und London trotz unverhohle
ner Sympathien für Israel während des Krieges und bei den UNO-Debatten
v o r s i c h t i a z u r ü c k h i e l t ?
j e d o c h
i m N o h - O s t - P o k e r
D e r g r o ß e G e w i n n
i s t D e G a u l l e . N a c h d e m e r s t e n
Schock über den Krieg hat er sich ja erstaunlich schnell zu diplomatischer
Aktivität aufgerafft und steht in den Augen der Araber heute quasi als deren
"Festlandsdegen" da. Der General Ist aber klug genug, es mit Israel nicht
ganz zu verderben. In der letzten Zelt sickerten Immer wieder, wie schon oben
erwöl^t, NochrJchten durch, daß Frankreich
Israel beim.Bau von Mlttelstrek-
l i e s A n s e h e n b e i d e n A r a b e r n
k e n r o K i e t m g n t e n s t ü t z t . D e m z u t r o t z
mächtig gestlegen. Seine Haltung wurde von ihnen durch fette Waffenaufträge
u n d E r d ö l a u s d e m
I r a k n e b s t u n v e r h o h l e n e r S v m o a t h l e n h o n o r i e r t .
i s t D e G a u
�Aufrüstung hier, Aufrüstung dort, das Ist ein wahrer TeufelskreisI Belm
Anhalten der gegenwärtigen Entwicklung werden wir uns wohl daran gewöhnen
müssen, da3 selbst Im günstigsten Falle der Frieden Im Nahen-Osten eine
Illusion bleibt, und statt diplomatischer Noten, Granaten über den Jordan und
d e n S u e z k a n a l a u s g e t a u s c h t w e r d e n .
Im umgekehrten Falle würde Nasser wahrscheinlich noch einer Herausgabe
des Landes Zumindestens In den Augen seiner Landsleute als strahlender Held
dasteheq und als Splelernatur, die er nun einmal Ist, von den Wogen des Volks-
empflnden getragen, versuchen,ohne Friedensvertrag weiterzukommen. Israel
wäre dann alle seine Faustpfänder los und stände wieder da, wo es am S.Juni
b e g o n n e n h a t .
J ü r g e n b e i e r O
I I s p
B A N K F Ü R
J E D E R M A N N
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1 3
�D i e D E U T S C H - A R B E I T S G E M E I N S C H A F T
g a b e i n e n E i n b l i c k
i h r e A r b e l t .
I n
i h r e r E l t e r n ,
I m M u s i k r a u n
I n d e r h e r z l i c h e r b e t e n e n B e g l e i t u n g
t r a f e n s i c h e i n i g e L e h r e r u n d S c h ü l e r ,
I n d e r e r s t e n H ä l f t e d e s S c h u l j a h r e s
t e i l w e i s e
u n s e r e r S c h u l e , u m Z e u g e n e i n e s " L y r i s c h e n A b e n d s " z u w e r d e n . D i e D E U T S C H
A R B E I T S G E M E I N S C H A F T d e s S C H L A U N - G y m n a s l u m s , d i e s i c h u n t e r d e r
L e i t u n g v o n H e r r n S t u d i e n r a t R E I M E R S s c h o n s e i t
l ä n g e r e r Z e l t m i t m o d e r n e r
d e u t s c h e r L y r i k b e f d S t h o t t e , h a t t e s i c h z u r A u f g a b e g e s t e l l t , m ö g l i c h s t v i e l e n
A u B e n s t e h e n d e n e i n e n E i n b l i c k
I h r e A r b e l t e n z u g e b e n . D i e j e n i g e n , d i e s i c h
s c h o n
I n e i n e T h e a t e r a t m o s p h ä r e v e r s e t z t g l a u b t e n , m u ß t e n e n t t ä u s c h t w e r d e n i
H e r r R E I M E R S w i e s d a r a u f h i n , d a ß d a s E n t s t e h e n e i n e r D i s k u s s i o n e r w ü n s c h t
s e i .
I n
D i e G e d i c h t e , d i e n u n ä u ß e r s t n ü c h t e r n g e s p r o c h e n w u r d e n , g a b e n a u c h d u r c h a u s
A n l a ß z u r D i s k u s s i o n . D e r L y r i k e r G R A S S , d e r s i c h
s c h e n " v o r s t e l l t e , w u r d e a l s e i n e
angesehen. Werke von Christo REINIG ("Robinson"), Helmut MADER ("Umge
bung der Logik") und Heinz PIONTEK ("Mit einer Kronlchfeder") gaben den
G ä s t e n G r u n d z u m N a c h d e n k e n . E i n G e d i c h t v o n k a b c r e t t l s t l s c h e m C h a r a k t e r,
nämlich Peter RÜHMKORF'S "Auf eine Welse von Joseph Freiherrn von Elchen
d o r f f " , k o n n t e n i c h t a l s w e r t v o l l b e z e i c h n e t w e r d e n .
I n t e r e s s a n t e E r g ä n z u n g z u m e p i s c h e n G R A S S
I n s e i n e m G e d i c h t " K i r
I h n e n g e h ä r e n M o n d q u e l l e n , M o n d g l o c k e n , a l t e h r w U r d I g e M o n d e i e r u n d M o n d -
B e s o n d e r s g r o ß e n B e i f a l l e r h i e l t e i n s u r r e a l i s t i s c h e s G e d i c h t v o n H a n s A R P.
E i n e ä u ß e r s t u n k o n v e n t i o n e l l e D a r s t e l l u n g s w e l s e u n t e r s t r i c h d a s B e s o n d e r e ,
a n " E i n g r o ß e s M o n d t r e f f e n " . D o s s p a ß i g e W e r k h a t n i c h t s a n d e r e s z u m
als die Aufzählung der Gäste, die sich zum großen Mondtreffen einstellen.
Z u
a n o g r o m m e , " d i e b e i n a h e a u s s c h l i e ß l i c h a u s A n n a b e s t e h e n , u n d d e n e n n u r
einige Gramme Mond beigefügt wurden", um nur einige von Ihnen zu nennen.
A l l d o s
I n d e m A u s r u f d e s D i c h t e r s ; " J a , a u c h M o n d
f a h r e r u p d M o n d t r ä u m e r, w i e
e i n s t e l l e n .
I c h e i n e r b i n , w e r d e n s i c h z u d e m M o n d t r e f f e n
f i n d e t s e i n e n A b s c h l u ß
I n h a l t ,
"
�.. sie die Möglichkeit hätten,
an einer
freiwilligen Arbeits
gemeinschaft teilzunehmen!
Samuel BECKETTS "Krapp oder das letzte Band" setzte dem Amüsement Jedoch
ein Ende. Das äußerst pessimistische Stück schildert in einem Akt die Ge
schichte eines alten heruntergekommenen Mannes, dessen Leben in Gedanken
noch einmal vor diesem abläuft. Heiko SCHRÖDER hat dieses Stück glänzend
e i n s t u d i e r t u n d a u f g e f ü h r t .
Besonders gespannt sahen die Gastgeber nun der Aufnahme der Problemsongs
entgegen, die von Uwe TÖNNINGSEN verfaßt und von Thomas KLARE vertont
und dargeboten wurden. Die Songs "Die Blume" und "Die Krankheit", die beide
die Sinnlosigkeit des Krieges behandein, konnten zu Recht das Prädikat "gelun
g e n " d a v o n t r a g e n .
Die Arbeitsgemeinschaft verabschiedete sich mit einem Gedicht, das mit den
W o r t e n s c h l o ß : " I c h g l a u b e , S i e e r z ä h l e n m i r d a
u n d d e r D a n k , d e n d i e S c h ü l e r a n d i e s e m A b e n d n a c h H a u s e
gerechtfertigt. Das Einstudieren der Stücke hat sie nicht nur viel Mühe ge
k o s t e t , s o n d e r n e s b e r e i t e t e
i h n e n a u c h v i e l F r e u d e , n i c h t z u l e t z t a u s d e m
Grunde, da diese Arbeit freiwillig war, und da wirkliches Interesse dafür be
s t a n d . Z w e i f e l s o h n e k ä n n t e n a u c h a n d e r e S c h ü l e r s e h r v i e l
l e i s t e n , w e n n s i e
d i e d l ö g i i c h k e i t h ä t t e n , a n e i n e r
m e n ,
t e i l z u n e h
I n t e r e s s e b e s t ü n d e . D i e F o r d e r u n g a l l e r S c h ü l e r s o l l t e a l s o
f r e i w i l l i g e n A r b e i t s g e m e i n s c h a f t
l a u t e r G e s c h i c h t e n " . D e r L o h n
t r u g e n . Wa r d u r c h a u s
f ü b d i e
l a u t e n :
" M E H R
A R B E I T S G E M E I N S C H A F T E N
UND NICHT NUR FÜR PRIMANER! "
r o i f
i U h r m a n n
t ä l s o
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1 5
Musik macht froh,
d e n k ' e b e n s o !
N O T E N
I N S T R U M E N T E
Z U B E H Ö R
�xloquium colloquium colloq'-'um colloqui
oll^^dum collo(^>^ni <^^)qu|m colloquiu
colloqU^^ C(\^lurJL colloquium
loq^^p colloquium colloquium colloquium
oquium colloquium colloquium colloquium c
quium collo^^^i colloquium colloquium co
uiuia colloqvB »Icolloquium col I »qud^^col.
ium colloqui^ftollo«|ium coll-^uiL^^oll-
um colloquium colloqMum colloquium collo
m colloquium colloquÄn colloquium colloq*
colloquium colloquiiB colloo"ixim collpqu
colloquium colloquium colloqiBim colloquii
ollAHum colloquium colloqujln colloquiui
llqHBm colloquixim colloquii|| colloquium
loq^B colloquium colloquium colloq^^ <
oquium collc«rjMim colloquium colloqui lc(
quium collol R colloquium colloqui^^Po!
niiam colloqx^|| colloquium colloquium col!
ium colloquium colloHiium colloquium coll(
m colloquium cclloqlum colloquium collo«
I colloquium colloquRm colloquium colloqi
cp^oq"Ti"n C(^ loquiBi colloquium colloqu:
ci%Jqu'^J^co:j[oquium colli Bim colloquii
0'—i^uiuni colloquium collol^^n colloquiui
lloquium colloquium colloqtRI colloquium
loquium colloquium colloquium colloquium •
oquium colloquium colloquium ciolloIRR'
quium collo'^J^imi jQ^^^uium colloqi I B
uium colloquj.uiü colloquium colloquHLPv,!.
DIE KOLLOQUIEN - ein Versuch
Am 7.3. trat zum ersten Mol dos KOLLOQUIUM zusammen. Die Teilnehmer der
Lehrerschaft waren die Herren FRANZENBURG,SIMON,DR.KLOCKENBUSCH,
SIEBEL,SCHEIDT,BUFF und HUNGERBERG. Ihr Gegenüber In-dleser Diskussion wa
ren die Schüler BIERBAUM, vqn STIPRIAAN, KÖTTERHEINISCH, BAHR, SCHULZE
zur WIESCH,FAHLBUSCH und KINDLER. Vor dem eigentlichen Beginn des KOLLO
QUIUMS prezislerte unser Direktor, der als Diskussionsleiter fungierte, den
Zweck und die Aufgaben des KOLLOQUIUMS. In Ihm sollen Schüler Ihre Wünsche,
Vorstellungen und Kritiken, die sich auf die Schule beziehen, darlegen. Gleich
zeitig sollen die Vertreter der Lehrerschaft sich zu diesen Vorschlägen stellen.
Das Diskussionsergebnis soll dann der allgemeinen Konferenz zur Abstimmung vorge
legt werden. (Evtl. auch nur der Antrag der Schüler, falls keine Einigung zustande
kommt.) Das KOLLOQUIUM Ist also keinesfalls eine beschlußfassende Institution.
So wurde auch der erste Punkt der Tagesordnung hinfällig. Indem absolute Parität
der KOLLOQUIUMS-tel Inehmer gefordert wurde. Die anderen Punkte der Tagesord
n u n g w a r e n :
2. Die Lehrer sollten den Unterricht mit dem
S c h e l l e n b e e n d e n .
3. Die Führerscheinprüfung soll wieder während der
Schul zeit abgelegt werden können.
4. Die Zensuren sollen noch vor der Zeugniskonfe
renz In der Klasse bekanntgegeben und begründet werden.
5. Rauchen soll In den Pausen gestattet werden.
6. Selbstaufsicht der Oberstufenklassen In
Vertretungsstunden.
Der sechste Punkt der Tagesordnung wurde aus zeitlichen Gründen nicht mehr dis
kutiert. Er wird aber beim nächsten KOLLOQUIUM zur Sprache kommen.
Meine Vermutung, daß schon bei der Diskussion des zweiten Punktes der Tagesord
nung,der pünktliche Unterrichtsschluß, die Meinungen erbittert aufeinanderprallen
würden, erwiesen sich als gänzlich falsch. Im Gegenteil, der Direktor erklärte y/
�der leicht Überraschten SchUierschor, daß auch er Immer wieder bei den Lehrern
um eine pünktliche Beendigung des Unterrichts gebeten hätte. So erzielten Lehrer und
Schüler schnell folgende Einigung: Der Klassensprecher soll beauftragt werden
(um Schwierigkelten vorzubeugen), den unterrichtenden Herren zwei Minuten vor
dem Schellen auf den Stundenschluß hinzuweisen. Dieser und die folgenden Anträ
ge werden der nächsten allgemeinen Konferenz zur Abstimmung vorgelegt.
überraschend sprachen sich die anwesenden Herren auch für die Ablegung der
Fahrprüfung während der Schulzelt aus. Wir einigten uns auf folgende Formu
lierung: Den Schülern soll auf schriftlichen Antrag der Eltern gestattet werden,
die Führerscheinprüfung während der Schulzelt abzulegen. Allerdings wird empfohlen,
die Prüfung In die Ferien Izu verschieben.
Nur Sonnenschein (nichts gegen den Oberschulrat) und nur Übereinstimmung
sind auf die Dauer langwellig. Deshalb freute es mich sogar ein bißchen, daß die
Frage der rechtzeitigen Bekanntgabe der Zensuren Anlaß zur Diskussion gab.
Von SchUlersolte würde darauf hingewiesen, daß so eine mägllche Herabsetzung
oder krasse Fehlbeurtellungen In den mündlichen Fächern zumindest erschwort
würden. Es wäre Jetzt natürlich mehr als dumm (Ich möchte das böse Wort nicht ^
gerne benutzen), anzunehmen, daß sich unsere Lehrer nicht um gerechte Beurten-
lung bemühen. Aber auch sie sind nur Menschen, die genau wie wir Ifrtümern
ausgesetzt sind. Ich vermute allerdings, daß sie es nicht genau so oft sind. Die
se wäre um so wahrscheinlicher, wenn die Lehrer die Begründung der Note vor
der ganzen Klasse zu geben hätten.Doch dieser Vorschlag wird wohl kaum In so
absehbarer Zelt In die Praxis umgesetzt werden können. Einmal, *o wurden
wir Informiert, Ist es unmöglich, einen Lehrer zu solchen Maßnahmen zu zwin
gen und zum anderen gestattet es die ministeriellen Richtlinien nicht, daß man
In der von uns Schülern gewünschte Art und Welse der Zeugniskonferenz vor
greift. Doch schließlich einigte man sich ungefähr auf die folgende Formulierung:
A
n
�ts ware zu empfehlen, daß die Schüler regelmäßig über Ihren Leistungsstand
I n f o r m i e r t w e r d e n .
Wie zu erwarten kam es bei der Frage des Rauchverbots zu einem Zusammen
prall, der sich trotzdem in einer aufrichten und freundlichen Atmosphäre voll
zog. Die einzelnen Meinungen stießen so heftig aufeinander, daß sie Im Verlauf der
Diskussion nicht mshr zu einem Meinungsganzen zusammengekittet werden konn
te. Kurz! Man erzielte keine Einigung. Die Lehrer verwiesen darauf, daß nach
wissenschaftlichen Aussagen das Rauchen für Jugendliche Im hohen Maße gesund
heitsschädlich sei. Und es hat sich erwiesen, daß gerade an den Schulen, an
denen das Rauchen erlaubt worden sei, die Zahl der Raucher stark angestiegen
Ist und besonders die der unter sechzehn Jahre alten Raucher, da Jüngere Schü
ler nun einmal die älteren Imitieren. Deshalb sei eine Rauchererlaubnis abzu-
l e n n e n .
Wir hielten dem entgegen, daß einem Jungen, der vom Gesetzgeber die Erlaub
nis hat. In der Öffentlichkeit zu rauchen, dieses auch In der Schule gestattet
werden sollte. Außerdem wird ein Junge, der sowieso schon raucht, gesundheitlich
kaum zusätzlich belastet werden. Und sollte nicht ein Sechzehnjähriger (oder ein
älterer) nicht selbst entscheiden können, was er seinem Körper zumuten kannj?
Ein Nachafmen könnte durch entsprechende Isolierung der Raucher von detj übri
gen Schülern verhindert werden. Die Lehrer wiesen darauf hin, daß dieses an
unserer Schule nicht möglich sei. Das'Gegeneinander wurde unUberschaubar.
Zeltmangel beendete die sowieso verfahrene Diskussion.
Ich meine, daß das KOLLOQUIUM Öls Ganzes ein Erfolg war. Der Versuch,
Lehrer und Schüler an einen Tisch zu bringen, Ist gelungen, auch wenn nicht
überall eine Einigung erzielt werden konnte. Die KOLLOQUIEN worden fortgesetzt,
so daß Ich für Jeden vernünftigen Themenvorschlag dankbar bin. Auch föhlao
DIskusslonstellnehmor werden noch gesucht. Sie,können sichtel-mir Im SMV-
R o u m m e l d e n .
w o l f g a n g k l n d l e r
1 8
�Mit einem Ford 12M
kaufen Sie zugieich
das Wissen und
K ö n n e n u n s e r e r
F a c h l e u t e
4 ^
DaB Sie mit Ihrem neuen Ford 12M zufrieden sind, Ist bei
diesem Wagen selbstverständlich.
Sie sollen aber auch nach Jahren noch genauso zufrie
den sein. Deshalb haben wir unseren Kundendienst straff
organisiert und mit hervorragenden Fachleuten besetzt,
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Wieviel das wert ist, merken Sie vielleicht nicht nach den
ersten Monaten. Aber ganz bestimmt nach einigen Jahren,
Well Ihr Ford 12M dann noch viel wert ist.
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�Wie man sich bettet
... so liegt man. Natürlich, von der
Hand
in den Mund kann man auch
leben. Nur ist das sehr aufreibend.
Man kann auch planen, einteilen
und sparen. Das schont die Nerven
und - man »liegt« besser.
Sie wissen doch: WeHH's um Geld geht
SPARKASSE DER STADT MÜNSTER
-
-
I N A L L E N S T A D T T E I L E N
2 6 Z W E I G S T E L L E N
Wollen Sie tänzerisch gut ausgebil
det werden ? Dann kommen Sie zur
Ta n z s c h u l e E U G E N W I C H T R U P.
W i r b i t t e n u m
I h r e n B e s u c h .
T A N Z S C H U L E
Eugen Wichtrup
H a r s e w i n k e l g a s s e 1 - 6 • R i i T 4 3 9 9 2
Anmeldezeiten täglich von 11.30 - 13. OG Uhr
und von 17,30 - 20,00 Uhr (außer dienstags).
�VIETNAM - das heikelste Thema der Weltpolltlk. Auf den ersten Blick mag es
scheinen, daß eine Auseinandersetzung mit diesem Problem für eine Schüler-
zeltung zu umfassend sei, überhaupt Ihr gar nicht zukomme.
Ich bin Jedoch der Ansicht, daß eine Beurteilung des Vietnamkrieges aus sei
ner Geschichte heraus erfolgen muß. Dieser Bericht, der die Geschichte Viet
nams als Ausgangspunkt für eine spätere Beurteilung nimmt, soll ein Gegenge
wicht zu den heute oberflächlichen politischen Argumenten darstellen, welche
ja teilweise auf Emotionen beruhen, nicht ober auf einem Wissen.
Es wäre wünschenswert, wenn sich an diesen Bericht eine Diskussion in der
Schülerschaft anschließen würde. (Man verzeihe mir meinen schrecklichen
Optimismus!)
Den ersten urkundlich erwähnten, von den NGEON-Stämmen gebildeten Viet-
Staot gab es bereits 196 v.Chr. Dieser Staat wurde von Liu FANG, dem er
sten Kaiser der Man, unter chinesischer Oberhoheit anerkannt. Durch die
Ausdehnungspolitik der Hon-Dynostie wurde Nom-Viet 111 v.Chr. onnexlert.
40 v.Chr. bildete sich durch die Initiative des vietnamesischen Adels ein neu
er Staat. Die Tscham, sie bewohnten den Süden Vietnams, wurden besiegt
und vermischten sich mit den VIet-Völkern zur heutigen Bevölkerung. Viet
nam mußte Immer die chinesischen Interessen wahren. Erst 939 wurde Viet
nam formell unter der NGO-Dynastie unabhängig. Es übernahm die soziale
Struktur und Kultur Chinas. Die Amtssprache war bis ins 19. Jahrhundert
c h i n e s i s c h .
Im 15. Jahrhundert wurden nach dem letzten chinesischen Einfall die heuti
gen Grenzen Vietnams festgelegt. Von ollen Ländern Ostasiens war Vietnam
das weitest entwickelte Land. Durch praktische Reformen, wie sie bisher
nur der Kaiser Gia LONG (l9.sJahrhundert)durchführte, wäre dieses hoch
entwickelte Land 50 Jahre PPrüher als Japan ein Industriestaat geworden.
Doch diese Reformen wurden von den Nachfolgern Gla Longs nicht durchge
führt, vielmehr übte man die traditionelle Fremdenfeindlichkeit und Gleich
gültigkeit gegenüber Internationalen Entwicklungen.
Während des Opiumkrieges landeten 1860 französische Kriegsschiffe in
Vietnam. Nach dem Verzicht Chinas auf Vietnam (l884)eroberten die Fran
zosen die Kaiserstadt Hue und beherrschten ganz Vietnam bezw. große
Teile Indochlnos. Vietnam wurde Kolonial land. Aber es gab von Anfang an
eine Widerstandsbewegung gegen die fremden Machthaber. Diese "Rebellion
der Gebildeten" wurde von dem geflohenen Kaiser unterstützt und reicht in
den verschiedensten Ausprägungen bis In die Gegenwart.
Zum Beispiel gab es die Partelen; Nguyen Au NInh, die eine Landreform
herbeiführen wollte; oder die VIet Nam Quoc Dang (VNQDD),dle von der
Kuomintang (KMT) am stärksten beeinflußt wurde, führte In TonkIng Ter
roranschläge durch; oder die Cao-Dol-Bewegung, die eine Erneuerung des
D .
C h r i s t e n t u m
\ / a i - a I n i n i
f o r d e r t e
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T c s i r r m
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a vartiandahi ml S. ^ JJT"
Schüsse auj -ä 3 XgSS.
g^erikas Arme^j^'
Bombeil
■W i e d e r A l a r m
in Saigon ^
■a a s s i e r t h e u t e H u n g e r , E l e n d
i d V e r z w e i f e l u n g
•
•
Jedoch alle diese Gruppen scheiterten, da sie nicht volksumfassend waren, son
dern nur aus einigen wenigen Leuten bestanden. Allmählich breiteten sich die Un
tergrundbewegungen über das ganze Land aus. 1919 versuchte Nguyen Al Quocs
(Nguyen Al Quocs nahm 1954 den Namen Ho Chi MInh an) in einem Manifest an die
Versalller Friedenskonferenz die Selbstbestimmung für Vietnam zu erreichen.
Dieser Versuch scheiterte Jedoch. Ho Chi Minh gründete dann 1930 die kommuni
stische Partei (Dong Duong Cong San Dong). Diese Partei bestand bis zur Grün
dung der Viet Minh (1941). Während der Weltwirtschaftskrise gab es zunächst
friedliche, dann aber gewaltsame Volksaufstände. Die KP enteignete die Groß
grundbesitzer und verteilte das Land an die Bauern. Außerdem gab es Streiks,
die jedoch nicht die gesamte Bevölkerung erfaßten. Der Aufstand scheiterte aber
an der militärischen Übermacht der Franzosen.
Während des Ersten Indochlnokrieges (1939-1945) wurde Vietnam von den Japa
nern und von den Franzosen als Stützpunkt zum Angriff auf Malaya und Niederlän
disch Ostindien benutzt. Die USA und China unterstützen in diesem Krieg die
Viet Minh gegen die Japaner und die Franzosen. Noch einem Aufstand im Juni
1945 beherrschte die Viet Minh bereits 6 Provinzen Vietnams, und bereits 14
Tage nach der Kapitulation der Japaner triumphierte der aligemeine August-Auf-
stand über ganz Vietnam. Am 13. August, nach einigen Zusammenstößen mit japa
nischen Truppen und der Miliz, übernahm die neue Regierung unter Ho Chi Minh
die Macht in Hanoi. Am 2. September 19« verlangte Ho Chi Minh die Unabhängig
keit Vietnams. Die Regierung (Viet Minh) wurde jedoch von französischen und
englischen Truppen aufgelöst. Ende 1945 gab es 50.000 französische Soldaten in
Vietnam. Die Franzosen begannen 1946 mit der Säuberung des Südens und besets--
ten alle wichtigen Städte. Die Briten zogen ab. Bis zum 31 . Mai verließen die
Franzosen den Norden. Die französische Regierung verzichtete auf exterritoriale
R e c h t e
Der Streit zwischen der Viet Minh und den Franzosen spitzte sich jedoch zu. Die
Franzosen bombardierten Haiphong (6.000 tote Vietnamesen). Am 19.12.1946 be
gann der Zweite Indochinakrieg; er dauerte 8 Jahre.
Gegenüber dem technisch hochgerüsteten Expeditionsheer der Franzosen, das
durch Geld von den USA unterstützt wurde, befanden sich die Viet Mihh-Einheiten
zu Beginn des Krieges militärisch im Nachteil. Dagegen hatte die Viet Minh den
unvergieichiichen Vorteil, daß die Bevölkerung während des Ersten Indochinakrie-
ges und in der Ubergangsperiode zum Zweiten Indochinakrieg ausschließlich durch
die revolutionären Parolen beeinflußt und von ihren Kadern (unter Kadern versteht
man von Viet Minh ausgebildete Verwaitungsbeamte, meist frühere Bauern, weiche
in den Dörfern eine leistungsfähige Verwaltung aufbauen) organisiert worden war.
So hatten die Franzosen nur über einen Teil des Landes und über weniger als die
Hälfte der Bevölkerung Kontrolle.
Do die Viet Minh den Krieg noch den Theorien Moo-Tse-Tungs führten, hatten die
i n C h i n a .
2 1
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Sfriun: Sdiwm Kinpt
Keine Annäherung i
M VlMiHim-OMpraehen In Paris i
7 USA-Bomben au
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Franzosen 1951 keine Kontrolle mehr Uber die Gebiete nördlich des Koten r lusses.
Die Franzosen versuchten in Dien Bien Rhu die gegenerischen Hauptstreitkräfte zur
Entscheidungsschiacht zu provozieren. Am 7.Mai 1954 schioB die Viet Minh Armee die
Franzosen ein und eroberte die Dschungelfestung noch einer verlustreichen Schlacht.
Vom 26. April bis 21 . Juli 1954 fand die Genfer Indochinakonfenenz unterdem Vorsitz
Großbritanniens und der Sowjetunion statt. Laos und Kambodscha wurden zu neutralen
Staaten erklärt. Vietnam wurde durch eine militärische Demarkationslinie am 17.Brei
t e n g r a d g e t e i
Diese provisorische Linie stellte keine politische Grenze dar. Innerhalb von 300 Togen
sollten die Franzosen ihre Truppen in den Süden und die Viet Minh ihre Partisanengrup
pen in den Norden zurückziehen. Während dieser Zeit sollte es jedem Bürger gestattet
sein, in den einen oder anderen Teil Vietnams überzusiedeln. Weiter wurde beschlossen,
im Juli 1956 allgemeine Wahlen unter der Kontrolle einer internationalen Kommission zu
veranstalten, um den nationalen Willen des vietnamesischen Volkes zu ermittein. ßis zur
Wiedervereinigung sollte Ho Chi Minh den Norden und Bao Dal den Süden verwalten
Die Unterzeichner verpflichteten sich, die Souveränität und Integrität des Landös zu
respektieren und sich Jeder Einmischung in dessen innere Angelegenheiten zu enthalten.
Die Einhaltung der Beschlüsse sdite durch eine internationale Konferenz (Indien,Kanada,
Polen) überwacht werden. Die Verträge wurden von den Vertretern der USA und des
Staates Vietnam nicht unterzeichnet. Die USA gaben nur eine einseitige Erklärung ab,,
in der sie sich zu den Grundsätzen der Genfer Verträge bekannten.
Nach der Genfer Konferenz befand sich Nordvietnam wirtschaftlich in einer verzweifelten
Lage. Straßen, Eisenbahnlinien, Bergwerke, Fabriken und Plantagen waren vom Krieg
verwüstet. Die abziehenden Franzosen setzten auf Befehl Generai Cognys die Bergwerke
bei Hongay unter Wasser und sprengten 7 Monate nach Abschluß des Waffenstillstandes
die Hafenaniagen von Haiphong. Die bevorstehende Hungersnot konnte durch ein sowje
tisches Hiifsprogromm (die Sowjetunion lieferte 1955 ca. 150.000 t Reis aus Burma nach
Vietnam) abgewendet werden.
Im Rahmen der Landreform wurden zahlreiche "reiche Bauern" von den armen Bauern
(die "reichen Bauern" hatten oft nicht viel mehr Besitz als die armer)an^klagt. Sie
wurden enteignet und zu Freiheitsstrafen, oft sogar zum Tode verurteilt, (die Angaben
über die Zahl der Hingerichteten schwanken von 10.000 bis 100.000). So hotte sich die
Landreform von ihren ursprünglichen Zielen (das Ztei war, den Boden denen zu geben,
die ihn bebauten) entfernt.
In der Lao Dong begann sich die Einsicht über die begangenen Fehler durchzusetztahi
Zahlreiche Verurteilte wurden aus den Gefängnissen entlassen und kehrten in Ihre Dör
fer zurück. Diese neue Politik nahm den Druck von der Bevölkerung, aber sie machte es
auch möglich, daß sich der angestaute Unmut nachträglich entlud.
Anfang November 1955 kam es zu lokalen Bauernaufständen, die von der Armee nieder
geschlagen wurden. Der für die Durchführung der Landreform verantwortliche General
sekretär (Truong Chinh)wurde daraufhin seines Amtes enthoben. Ho Chi Minh selbst
übernahm nun das Amt des Generalsekretärs der Lao Dong.
�1958 setzte in Nordviatnam die eigentliche Kol iektivierung ein, die eine rationeiie Be-
ivirtschaftung des Landes ermögiichte. Die Landwirtschaft machte große Fortschritte.
Das Land schaffte es, von den 250.000 t Reis aus dem Süden, die vor 1954 im allgemei
importiert wurden, unabhängig zu werden. Die Eiektrizitätsversorgung verdreifachte
nen
sich gegenüber 1939. Sie war Ende des Indochinakrieges bis auf die Hälfte von 1939 abge
sunken. Die fast zum Erliegen gekommene Kohienproduktion überschritt 1961 den Stand
von 1939. In der 1961 begonnenen Stahlproduktion fehlte es an Fachleuten. Der Mangel
a n E l e k t r i z i t ä t u n d V e r k e h r s v e r b i n d u n g e n b l i e b
t r o t z d e m .
Ngo Dinh Diem wurde 1954 Premierminister von Südvietnam, Das Kabinett bestand in
erster Linie aus Intei iektueilen aus Tonking (Nordvietnam). Die Schlüsselpositionen
besetzte Ngo Dinh Diem mit Verwandten: Chef der Geheimpolizei und Vorsitzender der
revolutionären personaiistischen Arbeiterpartei (Can Lao Nhon Vi Coch Monh Dong) war
Ngo Dinh Nhu, Zentraivietnom wurde von Ngo Dinh Con beherrscht, und Ngo Dinh Thuc
(Erzbischof in Hue) verwaltete das Vermägen sowohl der Familie als auch der Kirche.
Ngo Dinh Luyen wurde Botschafter in Großbritannien und anderen westeuropäischen
L ä n d e r n .
Die erste Gefahr für die Regierung kam von bewaffneten Sekten, insbesondere von der
Coo Doi (ihr Glauben; eine Mischung von Katholizismus,Buddhismus,Tooismus und Kon-
fuzionismus), der Hoo Hao (mystizistische Variante des Buddhismus) und der Binh Xuyen
(mehr eine bewaffnete Verbrecherorganisation als Sekte). Die Coo Dal hatte ihr Gebiet
westlich von Saigon, die Hao Hoo lebten im südlichen Delta. Die gefährlichste Sekte für
Ngo Dinh Diem waren die Binh Xuyen, die in Sa igon die Spielhäuser und Bordelle sowie
den Opiumhandel kontroiiierte und gleichzeitig die Polizeigewait ausübte. Sie beherrschte
das Gebiet Saigon-Choion. Die Sekten verfügten zusammen über etwa 40.000 bewaffnete
Mitglieder und ca. 3.000.000 Anhänger, waren aber untereinander teilweise verfehdeti.
Ende März 1955 brach der Kampf zwischen Regierungstruppen und Binh Xuyen aus, der
sich hauptsächlich in Choion abspielte. Die Kämpfe dauerten bis zum Herbst 1955. Die
Binh Xuye wurden aus Saigon vertrieben, die Hoo Hoo wurde im Delta geschlagen, und
d i e C a o D a l w u r d e
Dschungen zurück. Sie spielten später eine Rolle in der Widerstandsbewegung. Während
der Kämpfe zeigte sich, daß die Franzosen nicht wie die Vereinigten Staaten eindeutig
auf der Seite Diems standen, und daß der Kaiser Vietnams (Bao Dal lebte in Frankreich)
s e i n e n P r e m i e r m i n i s t e r n i c h t v o l l u n t e r s t ü t z t e ' .
Nach der darauffolgenden Entmachtung Bao Dais durch den "revolutionären Voikskongreß"
z o g s i c h d a s
dann eine Volksabstimmung statt, die entscheiden sollte, ob Südvietnam eine Monorchie,
bleiben oder eine Republik werden sollte. Die Abstimmung erbrachte 98,2 % für die
Republik. Aber es wurden in fast allen Wahibereichen mehr '!Ja"-Stimmen gezählt als re
gistrierte Wähler vorhanden waren. Am 26. Oktober 1955 rief Ngo Dinh Diem die Repu
blik Vietnam aus. Das Revoiutlonskomitee wurde im j;anuar1956 aufgeiöst;seine Mitglie
der wurden zur Emigration gezwungen. Im Oktober 1956 billigte die konstituie-rende Ver
sammlung eine Verfassung, die formal den Vorbildern westlicher Demokratie entsprach,
dem Präsidenten (Ngo Dinh Diem) Jedoch außerordentliche Vollmachten in der Gesetzge-
i m O k t o b e r e n t w a f f n e t . D i e R e s t e d e r S e k t e n z o f e n s i c h
f r a n z ä s i s c h e E x p e d i
i n d e n
t i o n s k o r p s a u s V i e t n a m z u r ü c k . A m 2 3 . O k t o b e r
f a n d
�e i n f ü h r t e .
gebung und im Staatshaushalt einräumte.
Auf Verlangen der sUdvietncmesischen Regierung zogen die Truppen Frankreichs aus
Südvietnam ab. Da die Franzosen aber in Nordvietnam blieben, kann man vermuten, dcB
sie d.ie Genfer Vereinbarungen ausführen wollten. Die USA übernahmen nun die Ausbil
dung der Armee und unterstütztenDiem bei der Bekämpfung kommunistischer Bedrohungen.
(Die Angriffe gegen die Kommunisten wurden fast immer so geführt, daß man den Parti
sanen einen Fluchtweg offenließ, den diese auch fast immer benutzten. Eine wirksame
Bekämpfung fand also nicht statt).
Die Wirtschaftshilfe der US A zur Landreform betrug 6.400.000 Doiiar; nötig wären
aber 68.600.000 Dollar gewesen. Industrie gab es nur in bescheidenem'Moße. Ansätze
machte man in der Kohienproduktion, Papier- und Ze'mentherstei iung. Die iondwi rtschoft-
iiche Produktion blieb hinter der Vorkriegszeit zurück. Die Reisproduktion betrug 1959
5.311 .150 t, vor dem Krieg 5.300.000 t und sie fiel 1961 wieder auf 4.955.000 t zurück.
Dogegen stieg die Kautschukproduktion (1938 60.000 t 1961 83.155 t). Die Kautschukaus
fuhr stieg von 1939 bei 21 ,4 % bis 1961 auf 62,5 % an. Doch es blieb trotzdem ein Defizit,
da man jährlich Waren im Wert von 70.000 Doiler ausführte, ober auch Waren im Wert von
2 5 0 . 0 0 0 D - o i i e r
Diem ging gegen olle Opponents in seinem Land an, indem er sie als Kommunisten (1956)
bezeichnete. Dagegen herrschten die "Triebkräfte der Demoralisierung "zweifellos in der
Bevölkerung, die die Viet Minh als Befreier vom französischen Koioniaijoch betrachteten.
1957 begann dann die Kampagne zur "Denunzierung der Kommunisten" . Säuberungen, bei
denen kaum Viet-Minh-Anhänger verhaftet wurden, sondern einfache Leute, die man ohne
jeden Beweis als politische Gefangene festhielt, um Geld von den Bauern zu erpres
sen, schufen zusammen mit der Landreform die Grundlagen für den Widerstand der Land
bevölkerung. Diem holte die geflohenen Großgrundbesitzer zurück. In etwa wurden die
feudalen Verhältnisse, wie sie vor der Landreform herrschten, wiederhergestellt. Die
Großgrundbesitzer forderten das Land, dos die Viet Minh fast 10 Jahre zuvaor verteilt
hatten, zurück oder verlangten Pocht, teilweise eine Nachzahlung bis auf 8 Jahre. Oder
die Bauern mußten den Besitz, der ihnen ohnehin gehörte, kaufen. Durch diese Vor
gänge entstand langsam der Widerstand. Die Bevölkerung stellte sich zum größten Teil
auf die Seite der Viet Minh. Diese hotte die Anordnung bekommen, sich an die Beschlüsse
der Genfer Konferenz (1954) zu halten. Diese Linie wurde 1959 geändert. "Sie schrieb
bis Ende 1959 Gewoitiosigkeit vor und gestattete in der Folgezeit nur dann Gleiches mit
Gleichem zu vergelten, wenn die Selbstverteidigung es erforderte." (Aus einem In
t e r v i e w d e s a u s t r a l i s c h e n J o u r n a l i s t e n W . B u r c h e t t m i t d e m L e i t e r e i n e r d e r e r s t e n
Aktionen der Widerstandskämpfer). Die Viet Minh war nur mit primitiven Waffen, wie
selbstgebooten Gewehren, Hoizminen und Handgranaten aus Ton, bewaffnet. Hiermit
griffen sie die Regierungstruppen an und entwaffneten sie. So eine Aktion wird bei Bur
c h e t t a u s f ü h r l i c h b e s c h r i e b e n . B e i d i e s e r A k t i o n , d i e s i c h
i n d e r P r o v i n z G i o D i n h a b
spielte, gelang es den Partisanen, mit Hilfe eines Gewehres zohlrefche Waffen zu erbeu
ten. Von einem Dorf aus begaben sich die Rebellen nachts zur örtlichen Garnison,
gaben aus Ihrem Gewehr Schüsse ob uhd warnten die Soldaten aus Megaphonen, sie
sollten ihre Greueltaten (Säuberungsaktionen etc.) unterlassen, sonst bekämen sie es
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b e w o h n e r a u s z u f r a g e n . D a d i e P a r t i s a n e n d i e M a r k t f r a u e n g u t
z ä h l t e n d i e s e .
I n d e r N a c h t s e i e n z a h l r e i c h e B e w a f f n e t e d u r c h s D o r f m a r s c h i e r t , s i e
h ä t t e n G e w e h r e u n d s c h w e r e W a f f e n , d i e v o n d r e i M a n n g e t r a g e n w e r d e n m u ß t e n , m i t
sich geführt. Einige Nächte später kamen die Partisanen wieder nachts zum Stütz
p u n k t u n d b r a c h t e n z a h l r e i c h e , m i t K a r b i d u n d W a s s e r g e f ü l l t e B a m b u s r o h r e z u r
E x p l o s i o n ; ü b e r M e g a p h o n e w u r d e n d i e R e g i e r u n g s s o l d a t e n a u f g e f o r d e r t , s i c h z u e r
g e b e n . D i e R e g i e r u n g s s o l d a t e n , d i e m i t e i n e r g r o ß e n S t r e i t m a c h t r e c h n e t e n , e r g a
b e n s i c h k a m p fl o s .
i n
I n f o r m i e r t h a t t e n , e r
I n d e r n ä c h s t e n A u s g a b e ; N o r d v i e t n a m e r k l ä r t s i c h 1 9 6 5 z u Ve r h a n d l u n g e n b e r e i t —
U S A v e r w a l t e n " B l u t u n d K n o c h e n " — K y v e r b i e t e t 3 6 Z e l t u n g e n — V i e t n a m E r
p r o b u n g s g e b i e t n e u e r W a f f e n V I e t c o n g , g e r e c h t e V o r k ä m p f e r d e s u n t e r d r ü c k t e n V o l
k e s —
B i l d e r , Q u e l l e n u n d A u s z ü g e a u s : V i e t n a m , G e n e s i s e i n e s K o n f l i k t e s ,
Jürgen horlemonn, peter gäng,; Edition Surkamp (173) DM 3,—
V i e t n a m , o d e r w i r d d e r D s c h u n g e l e n t l a u b t ; d a v i d h a l b e r s t a m m
ro ro ro (840) DM 2,20; Spiegelserle: Nichts Ist schlimmer, als der Sieg
M c C a r t h y ; R e fl e x e 1 , 2 1 9 6 6
TERTIGKLEIDUNG AUS DEM HAUSE
MANNEFELD
HIMER BEVORZUGT, WE IL SICHTBAR WERTVOLL
MASSCHNEIOER UND HERRENAUSSTATTER ß nANNEFELI
MODISCHE BERATUM6 UNVERBINDLICH BEI MÜNSTERS
R O G G E N M A R K T 1
�B E G E G N U N G M I T W E L T M E I S T E R
"Ich kenne Ihn nicht so genau", mußte Großmeister Paul KERES bekennen,
als PERISKOP Ihn fragte, wie PETROSJAN am trefflichsten zu charakteri
sieren sei. Niemand kann sich ein vollständiges Urteil Uber den Armenier
bilden - selbst KERES nicht, der den Schachweltmeister auf vielen Wett
kämpfen beobachtet und Ihn häufig auf Tourneen begleitet hat.
Niemand erlaubt sich Rückschlüsse von der Spielwelse PETTRGSJAN'S auf
seinen Charakter, Er bevorzugt den ruhigen positlonell betonten Splelstll,
den einige Schachspieler unberechtigterweise als pedantisch und phantasie
los bezeichnen. Dos steht In keinem Verhältnis zu dem Temperament des
S ü d l ä n d e r s ,
Ohne Rückschlag kämpfteer sl<c?hbls zur Spitze aer russischen Schachgar
de empor, und dos In.der Sowjetunion, In der dos Schachspiel so viele An
hänger hat, wie bei uns vergleichsweise der Fußball I Kaum 33 Jahre alt,
qualifizierte sich PETROSJAN für den Weltmelsterschaftskampf gegen
MIchalfi BOTWINNIK, der Im März 1963 In Moskau ausgetragen wurde.
M i t d e r U n s i c h e r h e i t e i n e s S c h ü l e r s
t r a t P E T R O S J A N B O T W I N N I K e n t
gegen, obwohl er schon damals die größeren Siegeschancen auf seiner Sei
te hatte. In keiner Phase des Kampfes Meß er die Achtung vor dem zu der
Z e l t n o c h a m t i e r e n d e n W e l t m e i s t e r v e r m i s s e n . E i n e n e t t e A n e k d o t e b e r i c h
tet davon, daß PETROSJAN stets eine Thermosflasche Kaffee mitbrachte,
die um eine Nummer kielner war, als die BOTWINNIK'S, Natürlich war
er In der Endphase des Kampfes stolz auf seinen Triumpf, nie wurde er
jedoch überheblich. Noch jedem Sieg stürmte er zunächst Ins Pressezim
mer, diskutierte den Partieverlauf mit den dort anwesenden Großmeistern
und erst danach nahm er die zahlreichen Glückwünsche entgegen.
Von dieser sympathischen Bescheidenheit hat PETROSJAN auch heute -
fünf Jahre später - auf dem Schachfestival des Schachvereins "CAISSA"-
nlchts verloren. Als PERISKOP Ihn um ein Autogramm bat, ließ er mit
einer freundlichen Geste KERES den Vortritt, Was sich aber geändert hat,
Ist sein Aussehen, Er macht einen übermüdeten Eindruck, Die anstrengen
den Turnlere der letzten Jahre und vor ollem der Weltmelsterschaftskampf
gegen SPASSKY sind nicht spurlos an Ihm vorüber gegangen, Michail
BOTWINNIK hat einmal gesagt: "Jeder Weltmelsterschaftskampf kostet
mich ein Jahr meines Lebens", Als PERISKOP TIgran PETROSJAN frag
te, ob auch er dies habe feststellen müssen, antwortete er:"Ich weiß nicht,
wie-vlele Jahre meines Lebens es gekostet hat und wieviele es kosten wird.
Ich muß auf alle Fälle sehr, sehr hart arbeiten,"
Und man sieht es: An diesem Abend spielt er gleichzeitig gegen 34 starke
Schachspieler, unter Ihnen der deutsche JügendvizemeIster, Die Schach
bretter sind In einer Reihe nebeneinander aufaebaut. Überall führt der
�Weltmeister die weißen Figuren. Er geht von Brett zu Brett und zieht ...
olle 10 Sekunden einmal .., Noch 3 Stunden muß er die erste Partie ver
loren geben. Es bleibt die einzige. An 5 Brettern himmt PETROSJAN Re
mis an: die übrigen 29 Partien gewinnt er klar. Als er nach 4 Stunden er-
schöpft-den Festsaal verläßt, hat Großmeister Paul KERES, der zur glei
chen Zelt eine Simultanvorstellung , ebenfalls gegen 34 Schachspieler,gab,
gerade erst die Hälfte seiner Gegner bezwungen. Thomas PITZ (Leiter des
Schachklubs unserer Schule), der sich am längsten gegen PETROSJAN hal
ten konnte, sagte uns nach der Veranstaltung:" Es Ist einfach unglaublich!
Und das In dem grellen Licht und unter der Hitze der 6 Fernsehschelnwer-
fer, die fast ohne Unterbrechung angestellt waren. Es war eine eindrucks
v o l l e S c h a u w e l t m e l s t e r l l c h e n K ö n n e n s ! "
So geht dos Abend für Abend. Simultanveranstaltungen In ... Dortmund,
Münster, Duisburg ... Dazwischen liegen Empfänge, Einladungen und ande
re Verpflichtungen. Mit Humor läßt PETROSJAN olles Uber sich ergehen.
Als man Ihm den Friedenssaal zeigt, meint er lächelnd:"Gut - sehr gut für
S i m u l t a n s p i e l e ! "
PETROSJAN Ist Schachspieler durch und durch. Er hat mehrere Schach
bücher verfaßt. Zu einem Beruf findet er keine Zelt. Er Ist verheiratet
und seine Junge Frau Ronja begleitet Ihn auf ollen Tourneen. Er pflegt freund-
schaftllche Beziehungen zu Schachspielern oller Länder und möchte In die
ser Beziehung den Schachsport als ein VorblId sehen. Er liest Im Schäch
ten einer deutschen Zeltung und als man Ihn, der kein Deutsch spricht,
fragt, ob er denn überhaupt verstehe, was er dort lese, antwortet er:
"Aber natürlich! Schach Ist doch International. - "
Wir danken dem S.V. CAISSA (Münster) für freundliche Unterstützung!
mlcnael lohmann, hartmut meine
L A R S E N S D o p p e l s l e g
Eine Partie des Schachweltmeisters Tlgron PETROSJAN, gespielt In
S a n t a M o n i c a 1 9 6 6
Im zweiten Umgopg gelang es LARSEN erneut, den Weltmeister zu besiegen.
Auf die großartig durchgeführte Partie war er mit Retht "stolzer als auf
die Glanzpartie Im ersten Umgang", wie er In "Skokbladet" erklärte.
Weiß: PETROSJAN (UdSSR) Schwarz: LARSEN (Dänemark)
1 , c4 Sf6 2. Sc3 g6. 3. g3 Lg7 4. Lg2 0-0 5. d4 d6 6. e3 c6 7.S1e2a5
8. b3 Sa6 9. 0-0 e5 10. Lb2 Te8 11 . a3 Tb8 12. h3 h5 13. Dc2 Le6 14.Kh2
Dc7 15.Tod b5 16. cb:cb: 17. Dd1 (LARSEN erwartet anstelle dieses
Rückzuges 17. Se 4 Dc2: 18. Sf6: Lf6: 19.Tc2mlt Ausglelch)l7 ...De7
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U s
f o l g t e i n e B u c h b e s p r e c h u n g
f ü r u n s e r e U n t e r s t u f e n s c h ü l e r .
Auf der Suche nach einem aufregenden Buch für Euch, fand Ich In der Stadt
bücherei etwas ziemlich spannendes. Das Buch trägt den Titel "BUSCHFEUER".
Der Verfasser
h ä l t u n g e f ä h r
Ist der australische Buchpreisträger "Ivan Southall". Es ent
f o l g e n d e H a n d l u n g :
I m a u s t r a l i s c h e n B u s c h v e r u r s a c h e n d r e i ^ n g e n e i n G r o ß f e u e r . W i n d , T r o k -
kenhelt und Hitze tragen dazu bei, daß aus dem aus Leichtsinn entstandenen
U n g l ü c k s f a l l e i n e K a t a s t r o p h e w i r d . F ü r d i e B e w o h n e r e i n e r K l e i n s t a d t b r i n g t
d a s F e u e r h ö c h s t e G e f a h r.
I m K a m p f g e g e n d a s F e u e r s t e h e n d i e B e w o h n e r m i t
I h r e n K i n d e r n v o r A u f g a b e n , d e n e n s i e k a u m g e w a c h s e n ' s
d i e d e r B r a n d a n s i e s t e l l t , w a c h s e n s i e
I n d . M i t d e n A u f g a b e n ,
I n n e r l i c h .
D i e d r e i J u n g e n w e r d e n a u f d e r F l u c h t v o r d e m F e u e r v o n e i n e m M ä d c h e n a u f
gehalten, das für seinen schwerkranken Vater Hilfe benötigt. Obwohl sie
Angst haben, als Schuldige entdeckt zu werden, helfen sie, so gut sie können.
Schließlich erkennen sie, daß ein öffentliches Geständnis leichter zu ertragen
1 s t , a l s d i e F l u c h t .
Dies Ist Im groben der Handlungsablauf. Ich glaube, das Buch wird Euch sicher
gefal
PS: Falls das Buch nicht In der Schulblblothek vorhanden sein sollte, besucht
len.
d o c h e i n m a l d i e S t a d t b ü c h e r e i .
r o b e r t J ü r g e n s , u l m
.
f o r t
F O R T S E T Z U N G D E R P A R T I E D E S S C H A C H W E L T M E I S T E R S :
I ß . S b l L d 7 1 9 . S d 2 e 4 2 0 . S f 4 d 5 2 1
. D e 2 D d 6 2 2 . T c 2 T e c S 2 3 . T f c 1 T c 2 :
h4 25.Sf1 hg: + 26.fg:.b4! ( Man hat den Eindruck, daß der Weltmeister die
schwarzen Steine führt.) 27.a4 Tc8 28.Tc8:+Lca 29.h4 Sc7 30.Lh3 31 .Sh3:
Lf8 32.Kg2 Dc6 33.Dd1 Ld6 34.Sf2 Se6 35. Lei Sg7 36. Ld2 Sf5 37.Kh3 Dc8
38.Kg2 Kg7 39.Sh1 Sh6 40.Lei Da6 41 .Sf2 Sf5 (Die Abbruchstellung, die
L A R S E N d i e g a n z e N a c h h i n d u r c h b i s 7 h
f r ü h a n a l y s i e r t e . Z u r A b w e h r d e r
D r o h u n g 4 2 .
4 3 . S h 1 L b 8 4 4 . D e 1 S h g 3 : S h 4 + 4 6 . K h 1 L g 3 : 4 7 . S g 3 : S f 3 4 8 . D f 2 D d 3
fahren - eine eindrucksvolle Varlante.)42.Dd2 Lb8 43.Sd1 Sg4 44.Kg1 f6!
. S fl
4 5 . K g 2 g 5 4 6 . S f 2 S g h 6 4 7 . h g : f g : 4 8 . S d 1 K g 6 4 9 . S h 2 g 4 5 0 . D c 2 L d 6 5 1
Sg8 52.Sh2.Sf6 53.Sfl Kh5 54.Sh2 Kg5 55.Sfl Sh5 56.Lf2 Sf6.(dle zweite
Zeltkontrolle Ist überstanden.) 57.Lei Sh5 58.Lf2 (LARSEN hat den Welt
m e i s t e r
I n e i n e b e j a m m e r n s w e r t e p a s s i v e L a g e g e b r a c h t u n d s c h l i e ß t n u ? i d i e
Partie mit einem prickelnden Manöver ob.) 58.Da8! 59.Lei Dh8 60.Dc6 Lg3:
61 .Lg3 Shg3:. Weiß gab auf (62.Sg3:Dh 3 + 63.Kf2 Dg3:+ 64.Ke2 De3:+ !
6 5 . S e 3 : S d 4 : u n d
Bauern mehr.)
. D fl : + r e c h n e t e e r v o r a l l e m m i t 4 2 + L d 2 u n d w o l l t e S h 5 !
s c h w a r z b e k o m m t d i e D a m e
z u r ü c k u n d h a t d a n n d r e i
t h o m a s p I t z O I I m a
�J U N G F U C H S E
I M B A U
h den Ferien besuchten wir einen Bekannten meines Vaters, einen Förster,
gerade an diesem Tage hatte er einen Fuchsbau Im Wald entdeckt, In dem Jun-
le Füchse sein sollten. Der Förster, dessen Kinder, mein Vater und Ich woll
en die Füchse fangen, da diese wegen Tollwutgefahr abgeschossen werden
iollen. Aber nicht nur deshalb, sondern well sie auch großen Schaden anrlch-
eten. Denn oft schlich die Fähe (welbl.Fuchs) auf den Hof eines Bauern und
lolte Hühner für Ihre Jungen.
fir fuhren zum Bau. Das Auto wurde auf dem Wgg abgestellt. Jeder bekam ein
gerät (Spaten, Hacke, Axt, Schaufel, Fuchszange) In die Hand und dann ging es
n den Wold. Wir mußten durch Dornengestrüpp und verwachsene Gräben, bis
/Ir vor dem Bau mit seinen zahlreichen Röhren standen. Mein Vater, der
chon vorher am Bau geblieben war um aufzupassen, daß die Füchse nicht her-
uskamen, sagte, daß kein Fuchs den Bau verlassen habe. Vor dem Bau logen
l i e R e s t e v o n H ü h n e r n , K a r n i c k e l n u n d s o g a r z w e i O h r e n v o n e i n e m R e h . H i e r
latten sich die Jungfüchse um das Futter gebalgt.
Jun ließen wir "Biene", den Jagdterrler des Försters, In eine Röhre hinein.
j | e b e l l t e u n d k n u r r t e , k o n n t e o b e r n i c h t w e l t e r, w e l l d i e R ö h r e z u e n g w u r -
e . W i r h a l f e n m i t S p a t e n u n d S c h a u f e l n a c h . A b e r s i e k a m
u r c h . N u n b u d d e l t e n w i r e i n L o c h v o n o b e n , u m " B i e n e " z u h e l f e n . N a c h d e m
, 5 m Ti e f e d u r c h d e n O r t s t e i n w a r e n , s t i e ß e n w i r a u f d i e R ö h r e
t r o t z d e m n i c h t
I n e t w a 1
d r
n d " B i e n e " s t ü r z t e s i c h w i e d e r h i n e i n . A b e r w i e d e r b l i e b s i e n a c h e i n e m
u r z e n S t ü c k h ä n g e n . A l s o g r u b e n w i r 2 m w e i t e r e i n n e u e s L o c h u n d " B i e n e "
p r a n g w i e d e r h i n z u , a l s d i e R ö h r e s i c h t b a r w u r d e . S i e k n u r r t e u n d z o g
l ö t z l l c h e t w a s h e r a u s , w o b e i
I h r d e r F ö r s t e r h a l f , ' . A b e r d a e r s c h r a k e r .
B i e n e " h a t t e d e n S c h w a n z d e r F ö h e g e p a c k t . S c h n e l l s p r a n g e r a u s d e m
. o c h , p a c k t e d i e F l i n t e u n d z i e l t e a u f d e n F u c h s . E r k o n n t e o b e r n i c h t S c h l e
e n , d a s i c h H u n d u n d F u c h s
I n e i n a n d e r v e r b i s s e n h a t t e n . B e i d e r B e i ß e r e i
a t t e s i c h d i e F ä h e p l ö t z l i c h g e l ö s t u n d w a r
I n e i n e r S e l t e n r ö h r e v e r s c h w u r
en. Nachdem der Förster mit dem Gewehr In der Hand eine Welle gewartet
a t t e , g r u b e n w i r w i e d e r w e l t e r. D a s n ä c h s t e L o c h m u ß t e w o h l d i c h t a m
essel des Baues (wo die vAjngen sich aufhalten) auf die Röhre gekommen sein,
e n n p l ö t z l i c h s p r a n g d i e F ä h e a u s e i n e r
f l ü c h t e t e . M e i n
ater riß das Gewehr, das an einem Baum stand, an sich, zielte und drück-
ab. Aber nichts geschah. Das Gewehr war gesichert. Er riß es runter,
t s i c h e r t e u n d s c h o ß z w e i m a l a u f d e n
f l i e h e n d e n F u c h s . D i e s e r w a r a b e r
h o n v i e l z u w e i t w e g u n d e n t k a m .
t o j e n R ö h r e u n d
j n , d i e F ä h e w a r w e g , a b e r d i e J ü n g f ü c h s e m u ß t e n n o c h
I m B a u s e i n . S o
Vde also weitergegraben und die "Biene" holte später zwei Jungfüchse,
4 schon so groß wie eine Katze waren und sich heftig wehrten,heraus,
K;wlr dann leichter töten konnten. Die letzten zwei wären uns bald ent-
mmen, da es schon dunkel geworden war.Einen erwischten wir ganz am
ide der Röhre und der letzte blieb Im Dornengestrüpp hängen und wlrkortn-
1 Ihn Im Licht der Taschenlampe gerade noch erwischen. Wir hoben drei
jnden gebraucht, um 4 Ojngfüchse zu fangen und die Fähe dazu. Drei
i n n e n d e
S t u n d e n ,
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S T E I N W A r i S O N S
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loHienburg 23 • Fernruf 44««3
i i l i l i i H i i l fi i l i l i i i
�W E R K A N N N O C H E T W A S g e l d G E B R A U C H E N ? ? ? ? ?
(Nicht lesenswert für Schüler mit mehr als DM 6,78 Taschengeld Im Monat I
Nach Statistik: Durchschnittsgehalt eines Unterstufenschülers!)
a u s
d e r
d e r
A r t l k e i f l u t . m i t
u n s e r e U n t e r s t u f e n r e d a k t i o n
I m m e r h i n 1 g a n z e r A r t i k e l
U m
ü b e r s c h w e m m t
w u r d e ( e s w a r
f ü r d i e J e t z t v o r l i e g e n d e A u g g a b e
des PERISKOP), eine Sintflut werden zu lassen. (Bitte, schickt uns nicht
allzu viele Artikel, sonst würde Ich meine Wette verlleren. Ich wettete näm
lich, daß man die lohmen und desinteressierten Unterstufenschüler auch nicht
d u r c h e i n e n W e t t b e w e r b z u r M i t a r b e i t a n u n s e r e r S c h ü l e r z e i t u n g b e w e g e n
könne)r um also Eure Artikelflut zu einer Sintflut anschwellen zu lassen,
d u r c h a e r u n a e n .
h a b e n w i r
e i n e n A u f s a t z w e t t b e w e r b a u s z u s c h r e i b e n . A l s P r e i s e b e k o m m t
I h r d i e n e t
t e n b l a u e n . u n d E u c h s i c h e r l i c h g u t b e k a n n t e n
k o s t s a l e l i a e n
( h o f f e n t l i c h ) E n t s c h l u ß
u n s
z u
d e m
1 0 , — D M - S c h e i n e .
F U S S B A L , R E F E R E N D A R u n d B L U T E G E L
Eure Aufgabe Ist es, einen Aufsatz zu schreiben. In dem die Worte
vorkommen müssen. Der (Die) beste(n) Berlcht(e), die In der nächsten
Ausgabe des PERISKOP aubgedruckt werden, werden mit den o.g. blauer
Scheinen prämiert. Und nun liegt es an Euch, ob Ich meine Wette gewinne
o d e r
(Für die, die den Sinn des ersten Satzes nicht erschließen konnten, eine
ÜbersetzungshIlfe:.per Satz Ist unterstrichen, die Beifügungen stehen Ir
Klammern).
n l c h t -
3 1
J i
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[iöüiJ
�P H O N
-
F E S T I V A L
N a c h e i n e r
e x k l u s i v e s B e a t - F e s t i v a l
S I U M S .
l a n g e n P a u s e g a b e s e n d l i c h w i e d e r m a l e i n
I n d e r A u l a d e s S C H L A U N - G Y M N A -
I r r e n Ta k t e n s a h
f ü r v o l l e P h o n o s t d r k e u n d
Der Saal war total ausverkauft! Als erste Band spielten die
I M A G E . D i e s e B a n d g i b t d i e G a r a n t i e
s a t t e E f f e k t e . N a c h d e n e r s t e n
I c h d i e H a u s -
m e l s t e r l n m i t s c h m e r z v e r z e r r t e m G e s i c h t d e n S a a l v e r l a s s e n .
Für Kenner aber zeigten die IMAGE großes musikalisches Können.
Sie zogen es vor, außer Konkurrenz zu spielen. Nach einer klei
n e n P a u s e s t i e g e n R A L P H u n d M I C H A E L a u f d i e B ü h n e . S i e b e m ü h
t e n s i c h r e d l i c h u m d i e G u n s t d e s P u b l i k u m s . A b e r d i e s e Z w e i m a n n -
Gruppe fand unverständlicherweise nur sehr wenig Anklang.
Die INCREASE, eine neue Hoffnung an Münsters Beathlmmel,
verstanden es ausgezeichnet, durch einen extravaganten Bühnen
zauber, der durch ausgeklügelte Lichteffekte unterstrichen wur
de, viel Zustimmung bei dem Publikum zu finden. Sie belegten
den ersten Platz. Den verdienten zweiten Platz belegten LE PRO
BLEME, eine Folkloregruppe, bestehend aus drei Mann, mit nur
s e c h s P u n k t e n R ü c k s t a n d h i n t e r d e n
In neueh^fesetzung, die ebenfalls außer Konkurrenz spielten,
w a r e n e i n d e u t i g d i e b e s t e B a n d d e s A b e n d s .
I h r m u s i k a l i s c h e s
N i v e a u
wertung zeigten die IMAGE noch mal, was In Ihren Verstärkern
steckt. Danach spielten die Sieger die INCREASE, noch einmal
a u f .
l a g w e l t e r ü b e r d e m d e r a n d e r e n B a n d s . W ä h r e n d d e r A u s
I N C R E A S E . D i e Y O U N G S T E R S
Zwei Engländerinnen In maxi Kieldung der zwanziger Jahrej lie
ßen es sich nicht nehmen, Ihr Debut durch einen Solotanz auf der
Bühne zu geben. Starker Applaus belohnte Ihren Mut,
Zum Schluß sei gesagt, daß es eine gelungene Veranstaltung war,
. s i c h ü b e r l e
d i e e i g e n t l i c h k e i n e r K r i t i k b e d a r f . D i e S M V s o l l t e
gen, ob sie nicht öfter ähnliche Veranstaltungen durchführen könn
te. Zu empfehlen wäre ein niedrigerer Eintrittspreis und eine
längere Dauer der Veranstaltung. Oder enthielt der Eintritt
.(DM 2,50) etwa 10 % Mehrwertsteuer?
�Oßttnuuila
m p s
f e i n u n d e d e l b l t t e r
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beliebt und bekömmlich
�Am 8. Mal fond Im LETTISCHEN-Gymncsium ein Baskettball-Schultur-
nler statt, für SchUler der Jahrgänge 1953 und Jünger. Leider nahmen
nur drei Schülen teil. Es waren der Pokalverteidiger, das SCHLAUN-
Gymnaslum, das LETTISCHE-Gymnaslum und das RATS-Gymnaslum.
Im ersten Spiel besiegte das LETTISCHE-Gymnaslum klar das RATS-
Gymnaslum 40:12.
Die zweite Begegnung wurde vom SCHLAUN- und vom RATS-Gymnaslum
bestritten. Nachdem die besten Spieler unserer Mannschaft bis zur
Halbzelt 40:2 Punkte erzielt hatten, wurde vor allem die zweite Mann
schaft eingesetzt. Diese bewährte sich ebenfalls gut und man gewann
60:6 gegen das RATS-Gymnaslum.
Im dritten Spiel traten die LETTEN gegen die SCHLAUN-Schüler an.
Beide Mannschaften begannen sehr nervös und unkonzentriert. Zur
Halbzelt führte unsere Mannschaft 10:6. Nach dem Seltenwechsel er-
ztelten unsere Spieler aber Innerhalb weniger Minuten zehn Punkte.
Dabei taten sich vor ollem Mannschaftskapitän.Wolfgang MEYER und
Georg KUHLMANN hervor; sie halfen auch entschieden den Vorsprung
welter bis zum Endergebnis von 38:12 auszubauen. Unsere Schule
konnte damit erfolgreich die "Kiepenkerl-Trophäe" verteidigen.
Die erfolgreichsten Spieler waren: W. Meyer (32), G. Kuhlmann (20),
Nicklatsch (14), Kutzner (12), T.Fahlbusch und Wendel (je 8) und
Budde (4).
V o l k e r k ö t t e r h e l n r i c h U
I I m b
Rundenspiele der Höheren Schulen ( FuSball)
Im Kampf um die Meisterschaft der Höheren Schulen Westfalens, Ist
u n s e r e S c h u l f u ß b a l l m a n n s c h a f t b i s
I n d i e Vo r s c h l u ß r u n d e d e r N o r d
westfalen II go vorgedrungen. Zun erstenmal gelang es unserer noch
verhältnismäßig jungen Mannschaft, den alten Angstgegner, das Gym
nasium IBBENBÜREN, aus dem Wettbewerb zu verdrängen. In einem
Spiel, das kein besonders hohes Niveau aufweisen konnte, blieben
wir schließlich nach zwei Toren von Dieter HEMESATH mit 2:1 Toren
Sieger.Obgleich die Mannschaft der IBBENBÜRENER mehr als alle
anderen Teilnehmer unsere Gruppe fürchteten, hatte sie Im nächsten
Spiel gegen das Gymnasium BORKEN eine größere Aufgabe zu lösen.
Aber das Glück war auf unserer Seite. Unser Spiel lief besser als
gegen IBBENBÜREN; die Mannschaft spielte gelöster, da sie gegen
einen unbekannten Gegner anzutreten hatte, und BORKEN konnteerst
In der Schlußminute den von Wolfgang SCHMEKEN,Dieter HEMESATH
(Elfmeter) und Robert JÜRGENS herausgeschossenen Vorsprung von
3 : 1 a u f 3 : 2 v e r k ü r z e n .
Mit uns Im Wettbewerb sind nun noch dos PAULINUM, dos Gymnasium
WARENDORF und das Gymnasium COESFELD.
�Auch In diesem Jahr nahm die Baskettballmannschaft unserer Schule wieder am
Bannerkampf teil. Nachdem man In der Vorrunde die Mannschaften des HITTORF
GYMNASIUMS (45:34) und des PAULINUMS (4fi:31) schlagen konnte, traf unsere
Mannschaft am 18. Februar In der Zwischenrunde auf die Vertreter aus Hamm und
G e l s e n k i r c h e n .
Die Begegnungen fanden In Münster statt, und da sie vom PAULINUM organisiert
wurden, klappte einiges nicht. Noch den Ausschreibungen für diese Spiele sollte
Jede Begegnung von zwei Schiedsrichtern - mit wenigstens C-Llzenz (der Schieds
richter darf Juniorenmannschaften pfeifen) gepfiffen werden. Do Jedoch kein ein
ziger (I ) Schiedsrichter anwesend war, mußte man sich auf zwei einigermaßen
versierte Spieler einigen. Diese wurden Jeweils von den nicht beteiligten Mann
schaften gestellt. Als nun das Gymnasium aus HAMM Im ersten Spiel vom SCHLAÜN-
Gymnaslum mit 34:20 geschlagen wurde, reiste die Mannschaft sofort ab. Im zwei
ten Spiel besiegte das LEIBNITZ-Gymnaslum das LETTISCHE-Gymnaslum.
Im entscheidenden Spiel des Tages, In dem es um den Turniersieg und damit die
Fahrt zur Endrunde nach Dortmund ging, standen sich die beiden bisherigen Sie
ger, das LEIBNITZ-Gymnaslum und unsere Schule gegenüber. Zu Beginn des Spie
les waren keine Unparteiischen anwesend. Schließlich fand sich der Lehrer des
Poullnums, der das Turnier organisiert hatte, bereit, die Begegnung zu leiten.
Somit fehlte noch Ausschreibung und Regeln Immer noch ein Schiedsrichter. Trotz
dem wurde dos Spiel angepfiffen. Dem Studienrat unterliefen In diesem Spiel häu
fig Fehlentscheidungen. Nach spannendem und hartem Kampf und nicht nur wegen
der Entscheidungen des Schiedsrichters, sondern vor ollem wegen vieler eigenen
Fehlleistungen - das mußhier betont werden -, unterlag unsere Mannschaft recht
unglücklich 39:40. (im vorigen Jahr hatten wir das Glück, mit einem 39:40 den
Vertreter Gelsenkirchens ausschalten zu können.)
Zum Ablauf der Zwischenrunde muß folgendes gesagt werden: Mit diesem wirklich
nicht gut organisierten Turnier wurde nicht nur dem Ansehen des PAULINUMS,
sondern dem unserer ganzen Stadt geschadet. Aber nicht die Einbuße des Ansehens,
welches das PAULINUM erlitten haben wird, Ist Anlaß zur Kritik, sondern viel
mehr kann die Organisation des Turniers In dieser Welse nicht hingenommen wer
den. Scheint es nicht so, daß unter den genannten Bedingungen eine faire, gerech
te Entscheidung nicht gewährleistet war?
V o l k e r k ö t t e r h e l n r i c h U l i m b
3 5
�M O G E L N w e r M O G E L N k a n n
! ! ! ! ! ! !
Dem Ruf nach psychologischen Test folgend, hoben wir Professor
Dr.Dr.hc. Egolohcysp (sprich: IgoloukUsp) gebeten, für uns einen
Test auszuarbeiten, der die Fähigkelten der Schüler zum MOGELN
ermitteln soll. Dieser Test soll Euch helfen. Euch der Gefahr be
wußt zu werden, die Ihr beim MOGELN eingeht. Bitte, beantwortet
unsere Fragen also wahrheitsgemäß, das bewahrt Euch vor uner
wünschten Folgen)
II
I
I
I
I
J A
N E I N
1. Hast Du schon einmal einen Täuschungsver-
such unternommen? (Beinah rhetorische Frage)
2 . H a s t D u E r f o l g g e h a b t ?
3. Wie oft pro Arbelt mogelst Du?(Wlr gingen von
der Voraussetzung aus, daß Jeder In Jeder
Arbelt mogelt)
I c h k a n n e s
n i c h t
m e h r
0
z ä h l e n :
3
1 0 m a l :
5
7 m a l :
3 m a l :
8
1 m a l : 1 2
4. Welche Methode(n) bevorzugst Du? Tempo-Taschentuch:3-
8 -
-
a u f
2
W o l k y - T a l k y :
Z e t t e l t a u s c h e n
K l o :
d e m
Z e t t e l
z w i s c h e n
d e n B u t t e r b r o t e n : 0
A b g u c k e n :
2
mündliche Anfrage
m i t
v e r a b r e d e t e m
Z e i c h e n :
H e f t e a u s t a u s e h e n
(Für alle Arbelten
z u e m p f e h l e n ) : 7
-
P r ä p a r i e r t e s O b s t : 3 -
N o t i z e n
fällig zu betrachten
d e n
K ö r p e r t e i l e n :
u n a u f
a u f
4
5 -
(Weltere, dem Lehrkörper wahrscheinlich noch unbekannte Methoden ha
ben wir aus dem Testbogen gestrichen, um uns nicht letzter Möglich
keiten zu berauben. So 1st er zwar nicht mehr ganz vollständig, kann
aber trotzdem noch , Anspruch auf Gültigkeit erheben. Wir hoben aus
diesem Grunde noch einmal mit dem Professor gesprochen)
�5 . W e l c h e s B i l d g e f ä l l t d i r b e s s e r ? B i l d A : 2
B i l d B : 7
Hast Du olle Punkte wahrheitsgemäß zusammen gezählt, ergibt sich
folgendes felld von Deinen Fähigkelten:
b e i - 2 6 b i s - 1 0 P u n k t e n :
Deine MögeIfähigkelten sind geradezu nicht zu Ubertreffen. Für
D e i n e A r b e l t e n b r a u c h s t D u n i c h t m e h r z u a r b e i t e n . D u k a n n s t
über Jede Entfernung hinweg mit besseren Schülern zusammenar
b e i t e n .
I c h w ü r d e m i c h a u f m ü n d l i c h e H a u s a r b e l t e n b e s c h r ä n k e n ,
d a n n w i r s t D u e s
I n d e r S c h u l e w e l t b r i n g e n .
- S b i s 0 P u n k t e n :
b e i
Deine Möge Ifähigkel ten sind gut. Täuschungsversuche bei Klassen-»-
arbeiten sind Dir durchaus zu empfehlen. Allerdings müßtest Du
noch etwas bewpgllcher bei der Wahl Deiner Methoden werden. Bei
einigem Training (Auch Trockentraining kann nützlich sein),
wirst Du es dann zu einen ausgezeichneten Mogler bringen, denn
die Anlagen sind bei Dir vorhanden-
b e l 2 b i s 1 2 P u n k t e n :
Das Risiko, dos Du beim Mogeln eingehst, 1st schon erheblich groß.
Du mußt durchaus damit rechnen, beim Mogeln erwischt zu werden.
Ohne großes Training wirst Du nie ruhig mogeln können. Dir fehlt
die Fähigkeit, die Stimmung des Lehrers richtig einzuschätzen
und einen richtigen Augenblick abzuwarten. Wenn Du nicht bald
etwas tust, wirst Du noch bös' enden.
b e i 1 3 b i s 3 3 P u n k t e n :
Jetzt kommt die traurigste Gruppe. Wer sich Innerhalb dieser Grup
pe befindet, kann nur bemitleidet werden. OHJE, OHJE! Wenn hier
nicht Wissen und Kenntnis der Zusammenhänge vorhanden Ist, sehe-
Ich schwarz. Dieser Gruppe kann Ich nur den wohlgemeinten Rot
geben, sich nie auf Mogellelen einzulassen. (Ausnahmen bestätigen
auch hier die Regel). Wem das Mogeln trotzdem einmal gelungen
1st, braucht sloh darauf nichts einzubilden? es lag bestimmt nicht
an seinen Fähigkelten, sondern höchstens an denen seines Nachbarn.
Jedoch, auch für diese Gruppe gibt es einen Trost: Nlmm's leicht,
a n d e r e
s c h l e c h t e r !
s i n d
n o c h
Wenn sich jeder Schüler noch den hier gewonnen Erkenntnissen
richtet, wird hinfort unter keiner Arbelt mehr stehen:
Wegen Töuschungsversuches "6" oder "5" oder "nicht gewertet".
�' '■i r
s u c h e n
w i i
s u c h e n
....keine Zeic/inungen von W. Busch,
s o n d e r n d e r L e s e r s o l l h i e r z u m R e i f t
g r e i f e n
V / e r z e i c h n e t d i e b e s t e L e h r e r k a r i k a t u r ?
:
f ü r
j e d e n
i s t E i n s e n d e -
j e t z t d a s w i c h t i g s t e :
Bedingungen:
Zeichnung im Format Din A 3 oder A-;
klare Konturen,möglichst Tuschzeichnung:
u n d
D i e M o d e l l e s o l l e n a u f d i e s e r S c h u l e
u n t e r r i c h t e n ! u n d
s c h l i ß a m 3 o . 8 . 6 8 .
Die Zeichnungen sind bei den Mitgliedern im
SKV-Raum abzugeben!
freundlicherweise haben sich einige Lehere,
sprich Modell,bereiterklärt,an der Jury
teil
zunehmen. Hoffentlich werden sowohl Sie als
auch die Redaktion in ihrer Erwartung,in den Zeichnungen
den der Schule eigentümlichen Humor zu entdecken,nicht
e n t t ä u s c h t w e r d e n
P r e i s e 1 G u t s c h e i n 9 , 9 8 D M
! . ' ! !
Gespräch mit seinem Opfer?;letzteres kann
natürlich nicht gewertet werden !!!
P r e i s
1 - 5
3 8
5 , 2 5 D M
�V
�M ü n s t e r , d e n 1 3 . 5 . 1 9 6 8
A n d i e
S c h r l f t l e i t u n g d e s
P E R I S K O P
S C H L A U N - G y m n a s l u m
4400 Münster/Westf.
S o n n e n s t r a ß e
L i e b e z u k ü n f t i g e K o m m i l i t o n e n !
d a r f
V i e l l e i c h t
a u c h
c l a u s u s s a g e n . D i e
l i c h k e i n e s w e g s
I m m e r g a n z k o r r e k t .
e i n H o c h s c h u l l e h r e r
I n f o r m a t i o n d u r c h S t u d e n t e n v e r t r e t e r s i n d n ä m
e i n m a l
e t w a s
z u m N u m e r u s
S o h a t s i c h z . B . d i e U n i v e r s i t ä t M ü n s t e r
r u n g e i n e s N u m e r u s c l a u s u s
s p r o c h e n . S i e h a t
d i e
d e r
s t u d e n t i s c h e n
E i n f ü h r u n g d e s N u m e r u s c l a u s u s g e f o r d e r t h o t t e . D i e s e r S a c h v e r
h a l t w i r d g e w ö h n l i c h v o n e i f r i g e n P r o t e s t i e r e r n n i c h t e r w ä h n t .
I h r e H a l t u n g e r s t g e ä n d e r t , n a c h d e m d e r L e i t e r
F a c h s c h a f t
l a n g e g e g e n d i e E i n f ü h
f ü r d a s F a c h P S Y C H O L O G I E a u s g e
P S Y C H O L O G I E
e i n e m
B r i e f
I n
I s t e s s o , d a ß N u m e r u s c l a u s u s " d i e w i r k l i c h e n M i ß
I m G e g e n t e i l : e i n d r i n g
I r g e n d e t w a s a n d e r e s w e i s t e r a u f e i n e n d e r H a u p t ü b e l
K e i n e s w e g s
s t ä n d e a n d e n U n i v e r s i t ä t e n v e r s c h l e i e r t . "
l i c h e r a l s
stände hin, d.h. auf die ÜberfUllung, vor der die Hochschulen
s e l b s t
i m m e r w i e d e r g e w a r n t h a b e n , o h n e d a ß d i e M ö g l i c h k e l t e n
e i n e s r e c h t z e i t i g e n A u s b a u s g e s c h a f f e n w o r d e n w ä r e n .
I s t
f ü r
k e i n
a u c h
c l a u s u s
" A u s w a h l v e r f a h r e n
D e r N u m e r u s
Z u
l a s s u n g z u r U n i v e r s i t ä t , d a s n a c h K r i t e r i e n a r b e i t e t , d i e k e i n e n
p r o g n o s t i s c h e n W e r t b e s i t z e n . " Z w a r h ö r e n w e d e r S t u d e n t e n n o c h
S c h ü l e r d o s g e r n e , a b e r
t a t s ä c h l i c h h a t d a s A b i t u r z e u g n i s e i n e n
n i c h t u n b e d e u t e n d e n V o r r a u s s a g e w e r t . D a s z e l g e n U n t e r s u c h u n -
I n s t i t u t d e r U n i v e r s i t ä t M ü n s t e r u n d
g e n a u s d e m P s y c h o l o g i s c h e n
e i n e e i n g e h e n d e A n a l y s e d e r S t a t i s t i k
I n e i n e m F a c h m i t N u m e r u s
c l a u s u s , n ä m l i c h d e r M e d i z i n , e b e n s o w i e d i e a l l g e m e i n e n E r f a h
rungen mit der Studleförderung (freilich mit Ausnahme der Wirt
schafte- und Gesellschaftswissenschaften!)
d i e
A u d i a t u r e t a l t e r a p a r s !
p r o f . d r . k o r l J . n a r r
�findet ein Mann
«eine Frau
begehrenswert
e i n e s M a n n e s
.
.
b i n
i c h
n u r m ü d e !
Frauen
C h a r a k t e r ?
Ein Gesdienk,
das nidits kostet
" J A S M I N " k o n t r a " B i l d u n g s n i v e a u "
b e a n t w o r t e n .
t r a g e n ' g e d e n k t .
Der Monat, In dem sich die Zeltschrift "JASMIN" zum ersten Mole verkaufte,
Ist bestimmt ein gedenkwürdiger. Ob er Jedoch als Wendepunkt, Ja als End
punkt des klassischen Journalismus zu betrachten Ist, das kann nur die Zu
k u n f t
Wieso Endepunkt einer Brancheepoche? "JASMIN" Ist zweifellos etwas Neues
und hat so auch prompt olle anderen, speziell Frauenzeltschriften, Uberrun
det. So hoch seih Einsatz war, so hoch war auch sein Gewinn. Bei seiner
ersten Auflage wagte sich "JASMIN" aus dem Hause "Kindler und Schiermeyer"
alias " Axel Springer und Sohn " mit einer Million Exemplaren zu 228 Selten
bei nur DM 1 , Preis auf das Glatteis des launischen Zeltungsmarktes.
"JASMIN" wagte und gewann. Was andere Blätter, wie "BURDA MODEN",
"i^ÜR SIE", "BRIGITTE" und "FRAU IM SPIEGEL" als Quartal sauf läge ver
teidigen, gelang "JASMIN" mit einem Schlag. Aber bei einigem Hinsehen
fällt auf, daß "JASMIN" eine gewisse Art von Nagelschuhen getragen hat und
z u
Der erste Nagel, der es vor dem Ausrutschen schützt, Ist der SPRINGER
KONZERN. Dehh wenn "JASMIN" die Maße: DM 1 ,~ und 228 kostspielige
Seiten, davon 72 Selten Anzeigen, vorweist - der Anzeigenpreis sich aber
nur auf 600.000 Exemplare der ersten 11 Auflagen bezieht - was liegt näher,
als anzunehmen: "JASMIN" muß Geld haben, wie es Heu hat (sprich: es Sprin
ger Ihm zukommen läßt). Doch der sicherlich vorhandene Kampf- oder Dumping
preis, gestellt von Axel Springer, wurde von der Konkurrenz noch nicht übel
genommen - er schien broncheübllch zu selnl Selbst über die Werbewldrlgkel-
ten der Springer-Propaganda sah man großzügig hinweg. Obwohl es bedenklich
wird, wenn die gesamte Springerpresse In pompösen Drelspältern scheinbar
objektive Würdigungen abdrucken kann, doch In Wirklichkeit nichts anderes
a l s b e d e n k e n l o s e W e r b u n g b e t r e i b t .
Nach all dem Darüberhinwegsehen hat man Jetzt das Nachsehen. Denn niemand
wußte, daß "JASMIN", eine Generalstabsarbelt Ist, die alle offene und unter
schwellige Werbung In einer völlig unbedenklichen, skrupellosen Welse anwen
det.Gerade das Ist neu, gerade das wirkt! So sieht man In "JASMIN" zwar
weniger halbseidene Kreaturen, als In anderen Blättern, aber "JASMIN"
schlägt alle durch eben seine schamlos engagierte Raffinesse. Seine Haupt
strategen waren und sind Computer. Sie stellten die Marktlücke fest, die
Herren "Generäle" schlossen auf das Leserprofi I und "JASMIN" -Redakteure"
schrieben nach dem erarbeiteten Erfolgsrezept Ihre Artikel. So war das erste,
was getan werden mußte: - dem Leser, der unentschlossen, unsicher und
problembeladen Ist, ein festes Ziel vor Augen zu setzen. Ein Ziel, von dem
Jeder Irgendwie betroffen Ist. Das nicht dos einzig richtige sein darf, das
ober niemand ganz In seinem Innersten Wollen abstreiten kann. So formuliert
sich " das Leben zu zweit". Alle Probleme, die sich nun dem Leser mit seinem
�einzig erstrebenswerten Ziel: "Ein, das Leben zu zweit" ergaben, verspriont
"JASMIN", vom Titel bis zur letzten Seite, zu klären und aufzulösen. Doch was
getan wird, Ist den Wissensgierigen noch welter In seine Problematik zu vertrlk-
ken und Ihm gleichzeitig vorzugaukeln: "Alle Probleme lösen wir, Ihre JASMIN
REDAKTION. Nur wir sind dazu föhlg. Holen Sie sich Ihre Erfahrung nicht Im
bitteren Lebenskampf. Sie können es besser haben als all' die Enttöuschten.
Lesen Sie "JASMIN"! Das Ist unsere Hilfe." Das Ist sinngemöß der Inhalt vpn
"'JASMIN". Damit zieht diese Zeitschrift Ihre Leser wie die Katze mit der/loch
gehaltenen Wurst hinter sich her und verdient, selbstredend!
Wie soll eine klassische Frauenzeitschrift, die sich redlich bemüht der Frau Ih
re Verpflichtungen In Familie, Beruf und Gesellschaft zu erleichtern, mit dieser
Neuerscheinung konkurrieren, die mit anrüchigen Schmus-,fe€K- und Klatschge
schichten, bei biederer Fassade, den Publikumsgeschmack systematisch ver
dirbt? MuS sie sich nicht schleunigst dem "JASMIN" Stil anpassen, bevor sie
schwere finanzielle Rückschlöge erleidet? Nun liegen die redaktionellen Schwer
punkte der Frauenzeitschrift bei Mode, Wohnung, Küche, Kosmetik, Gastlichkeit
und Reisen, was nicht unbedingt mit dem Stoff des Marktlückenfüllers "JASMIN"
zusammenföllt. ifir Bestand mag auch weiterhin gesichert sein. Aber bei solch rei
ßendem Absatz schlügt "JASMIN" seine Konkurrenten, Indem es den größten
Teil des Anzeigenmarktes auf sich zieht. Die anderen Unternehmen haben zu
überlegen: Welterhin guten Stil trotz FInanzschödIgung oder Anpassen an den
"JASMIN".Stil und eventueller Bestand des Verdienstes.
Bei Jenen Verkaufsquoten kann es auch keine der 70.000 Vertretungen und kein
Elnzelhöndler ablehnen, "JASMIN" zu verkaufen, wenn er nicht seine Existenz
geföhrden will. Zumal Springer 40 % des Zeltungsmarktes bhherrsoht,und folg
lich die Alternative: Springer mit "JASMIN" und Gewinn oder 60 % des Zeitungs
marktes und Exlstenzgeföhrdung, In Wirklichkeit gar keine Ist.
Ob ein Mensch, der sein Wissen und Urteil nur aus Gedrucktem, statt aus eige
nem Erfahren und Erdenken gewinnt, neben einem gewinnbringendem Journalisti
schen Finanzmittel, nicht auch noch ein Ideales politisches Werkzeug abgibt,
Ist schon wieder eine andere Frage.Sle'.sprlcht nicht sehr fein für den Springer
konzern, aber das soll hier nicht erörtert werden. Vielmehr erinnere Ich mich ,
daß man schon des öfteren versucht hat In diesem Stil unsere Gelstesföhlgkelt
u n d d a s a l l g e m e i n e N i v e a u z u b e s c h n e i d e n :
Was Sie kaufen.können,slnd Erfahrungea Erfahrungen, dietjndere Menschen
gemacht und teuer bezahlt haben. Diese Erfahrungen können wir Ihnen bieten.
Das Ist unsere Hilfe für Sie. Eine andere gibt es nicht.
V i e l
G l ü c k !
I h r e J A S M I N - R E D A K T I O N
p e t e r u m
l a n d O i l m a
D i e Z e i t s c h r i f t
f ü r d a s L e b e n e u z w e i t
JASIVIIN
JASMIN
V e r r ä t
JASIVIIN»
e -
-
.
Wie lange
�SCHULE UND AUTORITÄT
Ansprache bei der Abiturienten-Entlassungsfeier
a m 1 2 . J Ü I M 9 6 7
In Deutschland kein Gymnasium mehr Schü
Die. Entlassungsfeier, zu der wir heute und hier zusammengekommen
sind, reizt dazu, sich einige Gedanken Uber die Art der Bindungen
zu machen, aus denen Sie nun entlassen werden sollen, über die
Innere BegrUndung dieses, wie die Juristen sogen,'besonderen
QewoItverhäItnl sses', dos wl r Schu le nennen. Dos Relfezeugnl s,
dps Ich Ihnen auszuhändigen habe, hat einen doppelten Charakter:
Zuerst einmal Ist es ein Abgangszeugnis, fast das einzige Übrigens,
das wir ausstellen dürfen, ohne daB eine förmliche Abmeldung
seitens der Eltern verläge. Mit dem Reifezeugnis sind Sie von der
höheren Schule entlassen und verwiesen, und selbst wenn Sie
wollten, dürften Sie
ler besuchen - eine seltsame Ähnlichkeit mit der so seltenen
strafweisen Verweisung von der höheren Schule! In einem Augerfclick
wird dos Verhältnis gelöst, das Sie durch lange Jahre an die
Schule gefesselt hat und das Ja einen weit über die rechtliche
Seite hinausgehenden besonderen Charakter gehabt hat. Das Reife
Zeugnis Ist aber gleichzeitig ein Eintrittszeugnis für alle Hoch
schulen und viele Berufe; es relBt also nicht nur Beziehungen ab,
sondern eröffnet den Weg zu neuen Tätigkeiten und Bindungen, die
o h n e d o s A b i t u r n i c h t o d e r n u r s e h r s c h w e r e r r e i c h b a r s i n d . U n d
so lleBe sich am ehesten das heutige Ereignis kennzeichnen:
Die Schule gibt Sie frei und erklärt Ihre Autorität als beendet,
und Sie stehen einen kürzeren oder längeren Anaenbllck long In
einer wohl nie wiederkehrenden Blhdungstoslgkelt, solpnge Sie
sich noch nicht dem Studium oder der Bundeswehr zugewandt haben.
Ich habe eben bewuBt das Wort »Autorität der Schule' gebraucht
und möchte es zur Diskussion stellen, well heutzutage ja schon
s e i n G e b r a u c h v e r d ä c h t i g
I s t . E s s t e h t s p r a c h l i c h d e m » a u t o r i t ä r » 4 4
�sehr nahe, und marfcher glauoi; seihe demokratische Grundhaltung
dadurch öftereren und belegen zu sollen, daß er alles, was nur
mit diesem Begriff Autorität zu tun hat, als faschistisch oder
stollnlstlsch denunziert, ein Verfahren, yy^omlt man sich bekannt
lich manches Schwierige und Unbequeme vom Halse schaffen kann.
Autorität und Unterwerfung, anweisen und gehorchen, pauken und
bUffeln sind Vokabeln, die unsere Schule In einem veralteten und
verächtlichen Sinn zu kennzeichnen scheinen. Seitdem Irgendjemand,
vielleicht war es der große Moltke, behauptet.hat, der preußische
Schulmeister habe die Schlacht von Königgrätz gewonnen, haftet
diesem Kollegen und ollen späteren deutschen Pädagogen ein RUch-
leln von Strenge und Militarismus, von Stockgefuchtel und Kreide
staub an, das sich auch In unserem aufgeklärten sJahrhundert noch
nicht so recht hat verflüchtigen wollen. Die eng reifer Ischen
Fragen werden Immer lauter: Wozu brauchen wir Autorität und
Autoritäten, wer verleiht der Schule die Macht und das Ansehen,
Leistungen zu verlangen und Haltungen zu kritisieren, zu ver
setzen und nicht zu versetzen, Reifeprüfungen abzuhalten und
Reifezeugnisse, diese Passe-partouts zum goldenen Leben zuzu
sprechen und zu verweigern.
Ich könnte es mir einfach machen und mich auf unsere amtliche
Autorität zurückziehen, etwa so: Die Gesellschaft hat den Staat
beauftragt, für eine den Zeitläuften entsprechende Bildung der
vXigend zu sorgen, und der Staat hat daraufhin Schulen eingerichtet
und zugleich uns Lehrern Rechtsbefugnisse zuerkannt, die die
Ovielle unserer Würde und Macht sind. Nicht zur Wahrung des eigenen
Interesses und nicht In eigener Machtvollkommenheit haben wir
Anteil an der staatlichen Autorität, sondern als Beauftragte der
Gemeinschaft, nicht anders wie Irgendein anderer Beamter des
Staates^ der dessen Anweisungen In der Öffentlichkeit durchsetzt
u n d d a m i t A n t e i l a n d e m A n s e h e n d e r ö f f e n t l i c h e n M a c h t h a t . W e n n
wir die Autorität der Schule nur so amtlich verständen, dann wäre
GOLDENEN
z u n
LEBEN
�all unsere Blldungs- und Erzlehungsorbelt unmittelbar abhängig
von der Inneren und äußeren Stärke des Staates, und es Ist auch
sicher so, daß die Überzeugungskraft der Schule etwas mit der
Glaubwürdigkeit des Staates zu tun hat, der sie eingerichtet hat.
Je schwächer und fragwürdiger der Staat Ist, umso schwerer wird
es auch der Schule fallen, das Ihr zukommende Stück staatlicher
Autorität durchzusetzen und sich gegen olle Auflösungstendenzen
zu verteidigen. Wenn vom Staat und seiner Autorität nur noch
einige schäbige Restevorhunden zu sein scheinen, wie es vor
kurzem Heinrich Boll In einer Rede ausgedrückt hat, wenn iter
Staat-nur noch als Tummelplatz der Gruppen- und Einzelinteressen
angesehen wird, dann kann auch die amtliche Autorität der Schule
nicht unangefochten sein, besonders das Gymnasium muß es sich
gefallen lassen, daß es zu einem Interessenschnittpunkt der ver
schiedensten Organisationen wird, die olle Ihre Ansprüche anmelden
und durchzusetzen versuchen. Und wen kann es überraschen, wenn In
dieser Lage der Gedanke auftaucht^ Schüler zu einem Interessenverband
zusammenzuschließen, um aus der scheinbor zu brüchigen amtlichen
Autorität ein Stückchen auszubrechen und um über die Schule und Ihren
I n h a l t m i t z u b e s t i m m e n ?
I n d i e s e r S i t u a t i o n w i r d e s g u t s e i n , ü b e r d i e
amtlichen Rechtsbefugnisse hinaus aus anderen Quellen der Autorität
zu schöpfen und sich nicht so sehr auf die so bequeme Hilfe der staat
lichen Macht, sondern mehr auf die Kraft der Persönlichkeit als Ur
sprung der Autorität zu verlassen. Unser Wort "Autorität" hat als
lateinischen Vorfahren die 'auctorltas' , und die Linie führt welter
zum 'auctor', und das Ist - Im Zusammenhang mit dem Verb augeo- der
jenige, der etwas fördert. Wer auf Grund einer angeblichen oder
wirklichen Überlegenheit und VorblIdllchkelt Geltung und Achtung
beansprucht, meint damit zugleich, daß er denjenigen fördern will,
der Ihm In der Erziehungsgemeinschaft anvertraut Ist. Erziehungs
autorität hat den Sinn, für einen beschränkten, abgemessenen Zeltraum
�Jene Lücke zu überbrücken, die zwischen der noch unfertigen Persön
lichkeit des Heranwachsenden und den Anforderungen und Fährllchkelten
des Lebens besteht. Und es Ist das Ziel, diese Lücke durch Intensive
geistige Förderung auszufüllen und endgültig zu schließen. So etwa
könnte die Autorität, gleich ob sie von der Schule als Institution
oder von den Lehrern beansprucht wird, Ihren Anspruch auf Geltung
und Achtung begründen: Der noch unfertige und darum empfindliche,
ja^ schutzlose junge Mensch braucht den Mantel, unter dem er heran
reifen und sich festigen kann. Erziehungsautorität 1st also nie
Selbstzweck und dient nie der Verherrlichung des Erziehers, sondern
Ist einzig als notwendiger Bestandteil des Erzlehungs- und Blldungs-
prozesses zulässig. Diese Selbstverständlichkeit muß ausgesprochen
werden, well wir wissen und erlebt hoben, wie schnell und wie oft
persönliche Willkür und egoistischer Machtwille die Erziehungs
autorität mißbraucht. Ja pervertiert haben. Genauer zu belegen wäre
noch die Behauptung, daß ohne Autorität Bildung nicht oder nur sehr
schwer möglich Ist: Sie verbürgt mit Ihrem Ansehen die Gültigkeit
aller Jener Denkformen und Axiome, der Normen und Gesetze, ohne
deren Anerkennung eine rationelle geistige Arbelt nicht möglich wäre.
Autorität erspart beim Erwerb der notwendigen Kenntnisse und Ein
sichten unendliche viele Irr- und Umwege, sie bezeichnet die besten
Straßen des Denkens, sie empfiehlt die Im Verkehr mit den Mitmenschen
richtigen Haltungen. Ohne die Autorität der Erzieher müßten sich die
Jungen Leute mit der Fülle des Längstgeklärten und Festgestellten
herumschlagen, ohne daß damit etwas gewonnen wäre. Wer also als
Jüngerer die Autorität der Älteren anerkennt, gibt - bewußt oder
unbewußt - einen Vertrauensvorschuß In der sicheren Erwartung, daß
sich dos früher oder später auszahlt. Übrigens muß Ja auch der Er
wachsene darauf verzichten, alle Sachverhalte mit seiner Vernunft
zu durchdringen, auch er muß Autorität desjenigen anerkennen, der
den höheren Sachverstand hat, ohne dessen Argumente Immer nachprüfen
z u k ö n n e n . -
�Wenn nun also Autorität Im Erzlehungs- und Bildungsprozeß nötig ist,
so ist zu fragen, wie sie sich am glaubwürdigsten darstellt, weiche
Grenzen sie einzuhalten hat und wie sie am ehesten mit Jener Autori
tätsfeind Ii chke it fertig wird, die dos Kennzeichen unserer plurali
stischen Gesellschaft zu sein scheint. Wie sollen die Personen und
Einrichtungen, die die Erziehungsautorität in der Schule vertreten,
ihren Anspruch durchsetzen gegen alles Mißtrauen und die Ablehnung,
die ihnen vielfach entgegenschlagen? Sicherlich nicht mit Zwang,
denn er ist der FeJhdaiier echten Autorität, die freiwillige An
erkennung fordert. Wer sich Achtung erzwingen will, verliert sie -
eine Wahrheit, die im aiitägiichen pädagogischen Kleinkrieg aus ver
ständlichen Gründen manchmal vergessen wird. Sicherlich verleihen
uns Lehrern der Abstand im Alter, in der Lebenserfahrung und im
Wissen ein gewisses Maß an Achtung, aber stärker wird die Autorität
aus der Gewissenhaftigkeit und dem Ernst unseres Tuns gespeist,
und nicht minder aus der Überlegenheit und der Heiterkeit, aus dem,
was man wohl mit dem lateinischen Wort 'serenitos' bezeichnet hot.-
In einer mündlichen Prüfung im Fach Deutsch hatte einer unserer
Abiturienten einen sehr inhaltsreichen Text aus der Feder Lessings
zu interpretieren. In dem von dem Stil des Schriftstellers die Rede
ist. Lessing sogt am Ende der Steile; "Wahrheit allein gibt (dem Stil)
echten Glanz! " Und ganz ähnlich ließe sich von der Autorität des
Erziehers sagen: "Wahrheit allein macht Autorität möglich und glaub
haft". D.h. nur wer die Wahrheit auf seiner Seite hat, wer sach- und
fachkundig ist, wer mit völliger Wahrhaftigkeit und ohne alle per
sönliche Eitelkeit der Sache dient, die er vertritt, kann erwarten,
daß man ihm zuhört und Glauben schenkt - Autorität hat ja viel mit
Glauben zu tun! Das sie durch nichts schneller zerstört wird als durch
Ungerechtigkeit und Voreingenommenheit, Ist eine Binsenwahrheit,
d i e d o c h u n e n d l i c h w i c h t i g
In weichen Formen kann und soll Autorität auftreten? Daß sie sich
n i r. h t m fi h r v o m h o h e n K a t h e d e r h e r a b G e i t u n a v e r s c h a f f e n k a n n ,
I s t .
�Wissen wir - Throne und Katheder sind ziemlich gleichzeitig gestürzt
worden soll sie nun deswegen gleichsam sich schulterklopfend
nähern, soll sie sich kameradschaftlich tarnen und wie durch die
Hintertür hereinkommen? Man hat In den vergangenen Jahrzehnten
gelegentlich unter dem Einfluß der ^gendbewegung so etwas versucht;
man hat geglaubt, daß sich Lehrer und Schüler als gleiche begegnen
könnten, daß eine echte Kameradschaft sie verbinden könne und daß
dieses neue freundschaftliche Verhöltnis den Befehl und das Muß,
die Autoritöt und die Formen der Unterordnung überflüssig machen
könne. Unterdes ist man auf beiden Seiten, bei den Erziehern wie
bei den Erzogenen, skeptisch geworden, und ich glaube mit Recht:
Beim Erziehungs- und Biidungsvorgang ist die Spannung zwischen den
Partnern ganz natürlich und durch die Sache gegeben. Dabei ist wohl
nicht der Altersunterschied das wichtigste Element, sondern die Ver
schiedenheit der Rollen, die durch dos Lehrer-Schülerverhöltnis ge
geben ist; Geben und Nehmen, Mittellen und Empfangen prögen die gegen-
seit igen Beziehungen, die wiederum deswegen auch nicht ganz ohne
Spannungen sein können: Im B1 Idungsprozeß kann es gar nicht immer
friedlich und gemütlich zugehen; wenn Funken überspringen sollen,
m u ß e s k n i s t e r n . -
Für den Heranwachsenden, der schon einiges an Einsichten und auch an
Sicherheit gewonnen hat, ist der Anspruch der Erwachsenen auf Ver
trauen und Gehorsam machmai nur schwer zu akzeptieren ; um sein
neugewonnenes Wissen zu erproben, stellt er die Autoritöt in Zweifei,
ganz simpel, indem er nicht mehr hinnimmt, sondern fragt und argumen
tiert und sich gegen die Übernahme aller der Antworten wehrt, die
nicht anderes auf ihrer Seite zu haben scheinen, als die geheiligte
Autoritöt. Dos geschieht, wie ich meine, mit Recht, denn es darf
im Schuibereich keine Autoritöt als Einrichtung oder als Person geben,
die es ablehnte, befragt zu werden und Fragen zu beantworten. Wer
dazu nicht bereit ist und wer als Autoritötsperson seine Überzeugun
gen nicht bereitwillig dem Zugriff der Fragen aussetzt, wer sich vor
ihnen hinter den schützenden WoM der behördlichen Anordnungen fiüch-
�tet, der Ist In Gefahr, die Autorität zu deformleren und outorltor
zu werden, olso Herrschoft um Ihrer selbst willen ouszuUbon.
Und diese Gefahr tritt In der Schule sicherlich Immer wieder ouf,
ähnlich wie In ollen Institutionen, In denen eine lückenlose Kontrolle
der Mocht nur schwer zu proktizleren Ist.
Wir hoben vorhin vom Sinn und Zweck der Autorität Im Bl IdungsprozeS
gesprochen; wir müssen hinzufügen, doB Autorität nur Insoweit beon-
sprucht werden konn, ols sie diesem Ziel dient. Die Immer wieder
ouftretende Schwierigkeit besteht nun dorln, genau zu bestimmen, wos
denn zum Bl Idungsprozeß nötig und wos nur überkommene Zutot und über
flüssige Beschwerung Ist. Die Schule konn sicherlich In oller Strenge
und Unerblttllchkelt durchsetzen, doß wichtige Arbeitstechniken er
worben werden, doß notwendige Stoffe gelernt und gemelnschoftsfelnd-
llche Hondlungen unterlossen werden. Kein vernünftiger Mensch wird
Ihr dos Recht betreiten, hier Moßstäbe zu setzen und Folgerungen
zu ziehen. Gleichzeitig wird dorüber Einverständnis zu erzielen sein,
doß nur derjenige dos Moß der notwendigen Anforderungen bestimmen konn
der selbst bereits den Weg gegangen Ist. Was zur Hochschulreife gehört,
konn nur der mit leidlicher Sicherheit feststellen, der selbst ein
Hochschulstudium hinter sich gebrocht.hot. Aber wie steht es mit den
Lebensgewohnhelten der Schüler oußerhoib der Schule, wie mit Ihrer
Hoor- und Borttrocht, wie mit Ihrer Kleidung und Ihren Umgongsformen?
Ich meine, wir sollten unsere Erzlehungsoutorltät, gerode well sie
so notwendig Ist, nicht on Dingen verschleißen, die nicht unmlttel-
bor mit unserem Bl Idungsouftrog zu tun hoben: Die Überlegenheit und
Heiterkeit, die doch Bestondtel le der Autorität sind, zeigen sich
ouch Im Gewähren und Dulden olles dessen, wos nur Zutot Ist.
Und noch eine letzte Aussoge über die Erzlehungsoutorltät der Schule:
Do sie die Aufgobe hot, entwicklungsmäßig bedingte Schwächen und
Lücken obzudecken und zu beseitigen, da sie Immer nur förderhd dem
BlIdungsvorgong zur Seite stehen soll, Ist es Ihr Sinn und Ihr Ziel,
sich selbst Immer mehr überflüssig zu mochen. Indem sie zur Mündig
k a l t
f ü h r t . D i e w i r k s a m s t e A u t o r i t ä t
I m G e b r a u c h d a r V e r n u n f t
l e t
�also die, die sich selbst cm schnellsten und sichersten aus der
Aufgabe entlassen kann. Allerdings besteht die Mündigkeit Im wesent
lichen darin, da3 sich die Mündigen Ihre Autoritäten selbst zu suchen
und auszuwöhlSh vermögen. Wenn Sie, meine lieben Abiturienten, heute
aus der Autorität der Schule entlassen werden, so nicht, well wir
Lehrer meinten, daß Sie von Stund an aller Autorität entroten könnten.
Auch wenn wir von den Autoritätsbezügen der Bundeswehr absehen.
In die viele von Ihnen In Kürze eingefügt werden, so bleibt doch
die Tatsache, daß wir olle In der uns umgebenden Welt die Überlegen
heit und Vorblldllchkelt anderer und die Verbindlichkeit von Normen
und Gesetzen vorfinden und anerkennen müssen, gleich ob sie uns
als wissenschaftlicher Sachverstand, als moralische Qualitäten
oder als geistige Vorzüge begegnen. Es Hegt Im Wesen unserer Welt
und In der Unzulänglichkeit des Menschen und seiner Möglichkeiten
begründet, daß wir Autorität Uber uns anerkennen müssen; ohne sie
träte Anarchie ein. Der Unterschied zur Schule besteht für Sie In
der Zukunft darin, daß Ihnen keine Fächer und Lehrer zugewiesen,
keine Stundenpläne diktiert werden, sondern daß Sie sich selbst
Ihren Lebensplan wählen können mit all den Folgen, die er mit sich
bringt. Neue Autoritäten als Personen und Einrichtungen werden Ihneh
begegnen, vor denen Sie sich zu bewähren und mit denen Sie sich aus
einanderzusetzen haben; Sie werden entscheiden müssen, ob und Inwie
weit Sie sich zu beugen und wann Sie Widerstand zu leisten haben.
Wenn es der Schule gelungen Ist, Sie für den Immerwährenden Kampf
zwischen Autorität und Freiheit reif zu machen, so können wir Sie
g e t r o s t a u s u n s e r e r A u t o r i t ä t e n t l a s s e n . S i e h o b e n s i c h e i n e n A b i t u r
spruch gewählt, der ebenso schön wie bescheiden klingt: "Was kann
das Holz dafür, wenn es als Geige erwachtl " - Wir Handwerker legen
das Werkzeug nieder und warten auf den Klang.
ObstD. Dr. Ludger Graf von Westpholen
�K O N R A D - S C H L A U N - G Y M N A S I U M
M ü n s t e r , d e n 2 3 . 2 . 1 9 6 8
MÜNSTER/WESTF.
R e i f e p r ü f u n g S o m m e r 1 9 6 8
K l a s s e O
I m a
Vo r s c h l a g
f ü r d e n d e u t s c h e n A u f s a t z
1
. T h e m a ! Q e d i c h t i n t e r p r e t a t l o n
I n g e b o r g B o c h m a n n , R e k l a m e
a b i
'
2. Themo; Zeigen Sie an dem Stück "Mutter Courage und Ihre
Kinder", welche Aufgabe Brecht dem heutigen
T h e a t e r
z u w e i s t ! '
3. Thema; Zeigen Sie die Gestaltung des Osterfestes, wie sie
f o l g e n d e n S c h l a g z e l l e n d e r B a u l e v a r d -
I n d e n
s i c h
p r e s s e s p i e g e l t ! N e h m e n S i e S t e l l u n g z u
E r g e b n i s s e n !
Suchst Du noch ein Ostepnest? (Abendzeitung)
To d e s s c h r e i e
I m A t l a n t i k - A u f d e r O s t e r k r e u z f a h r t :
I h r e n
Luxusschiff In Flammen (Abendpost)
Genießt Euren Oster-Urlaub! - Mäßig essen - Wenig
Alkohol - Langsam fahren (Abendzeitung)
Eingeklemmt In Blech und Mief (Mittag)
Ostern 1966: Ein Volk auf der Achse ( Abendpost)
Blut und Tränen auf unseren Straßen (Mittag)
FlUsterparolen von Stoßstange zu Stoßstange
Für alle Fälle: Sonnenbrille und auch Regenschirm
Massenaufgebot: 76.CK>0 Polizisten qnachten Überstunden
B i l a n z d e r S c h l a c h t a u f d e n S t r a ß e n : 1 5 1 To t e ü b e r
(Nachtausgabe)
(Abendzeitung)
(Mittag)
die Feiertage (Nachtausgabe)
Qüia
4 .
T h e m a :
5 2
" S e i d S a n d , n i c h t O l
m e i n t G ü n t e r E l c h n a c h
H a l t e n S i e
I h n
f ü r r i c h t i g ?
I m G e t r i e b e d e r W e l t " . - W a s
I h r e r A n s i c h t m i t d i e s e m S a t z ?
�K U N K A L J - i O - r i L A U ; N - Q Y M N A S I U M M U n s t e r , d e n 2 3 . 2 . 1 9 6 8
MÜNSTER/WESTF.
Reifeprüfung Sommer 1968
K l a s s e O l m b
D e u t s c h e r A u f s a t z
1
. T h e m o :
S c h u l e " .
"Erziehung zum Ungehorsam Ist Aufgabe einer demokrati
s c h e n
Nehmen Sie Stellung zu dieser These, die Im vergangenen
Jahr von einer Abiturientin In Ihrer Ansprache bei der
Entlassungsfeier aufgestellt vi/urde!
2 .
T h e m a :
Nach Angaben des Raketenforschers Wernher von Braun
werden allein für das amerikanische Mondfahrtprogramm
rund hundert Milliarden DM aufgewendet.
Halten Sie die hohen Kosten, die für die Eroberung des
Weltraumes aufgebracht werden,
für gerechtfertigt?
3. Thema; Nehmen Sie Stellung zu folgenden Punkten aus der Reso
lution zur Kriegsdienstverweigerung des AUSS
(Akt! onszentrum unabhängiger und sozialistischer
Schüler):
1) Die erste Dellgiertenkonferenz des AUSS fordert die
Schüler der Bundesrepublik auf, von dem Recht auf
Kriegsdienstverweigerung Gebrauch zu machen und den'
Kriegsdienst zu verweigern.
2) Die Dellgiertenkonferenz des AUSS fordert die
Schulen auf, ... die Schüler über das Grundrecht der
Kriegsdienstverweigerung aufzuklären und sie In der
Anwendung dieses Rechtes zu unterrichten.
4. Thema: Interpretation: Hans Moggiw Enzensberger
I
e b e n s l o u f
�K O N R A D - S C H L A U N - G Y M N A S I U M
M ü n s t e r, d e n < ^ 3 . 2 . 1 9 6 8
MÜNSTER/WESTF.
R e i f e p r ü f u n g S o m m e r 1 9 6 8
K l a s s e O I s
b
D e u t s c h e r
A u f s a t z
1 ■ T h e m a : " K u n s t g i b t n i c h t S i c h t b a r e s w i e d e r , s o n d e r n
m a c h t s i c h t b a r. " G i l t d a s W o r t d e s M a l e r s P a u l K l e e
auch für die Dichtung? Belegen Sie Ihre Meinung mit
B e i s p i e l e n .
2 . T h e m a ! E l c h e n d o r f f , F r i s c h e F a h r t - G o t t f r i e d B e n n , R e i s e n
E i n e v e r g l e i c h e n d e G e d i c h t i n t e r p r e t a t i o n
3 . T h e m a ; B e r t o l t B r e c h t , H e r r K e u n e r u n d d i e Z e l t u n g e n
Interpretleren Sie diese Kurzgeschichte und prüfen
S i e
I h r T h e m a a u f s e i n e A k t u a l i t ä t .
4 . T h e m a : B e l m B e s u c h R u ß l a n d s o d e r a n d e r e r O s t b l o c k s t a a t e n
v e r m i ß t d e r W e s t d e u t s c h e
I n d e n S t r a ß e n , G e s c h ä f t e n
und Zeltungen die Werbung. Das legt die Frage nahe:
Ist Werbung eine Eigentümlichkeit unserer Gesell
s c h a f t s - u n d W i r t s c h a f t s o r d n u n g ?
5 4
�K O N R A D - S C H L A U N - G Y M N A S I U M
M U n s t e r, d e n 2 3 . 2 . 1 9 6 8
MÜNSTER/WESTF..
R e i f e p r ü f u n g S o m m e r 1 9 6 8
K l a s s e O I s
a
D e u t s c h e r
A u f s a t z
1 . Thema: .Johannes Bobrowskl, Holunderblüte
I n t e r p r e t l e r e n S i e d o s G e d i c h t !
2 . T h e m a ; P r o s a t e x t a u s : R o b e r t M u s l l , D e r M a n n o h n e
E i g e n s c h a f t e n
W e l c h e W i r k l i c h k e i t w i r d
u n d w i e w i r d
s i e
I n d e m Te x t e r f a h r b a r ,
s p r a c h l i c h
g e s t a l t e t ?
3 . T h e m a : G . E . L e s s i n g , D e r A d l e r
D e u t e n S i e d i e F a b e l , u n d s e t z e n S i e s i c h m i t
d e m
K e r n a e d a n k e n
a u s e i n a n d e r !
4 . T h e m a : " F r e i h e i t h e i ß t n i c h t , d a ß w i r
t u n k ö n n e n , w a s
w i r w o l l e n , s o n d e r n F r e i h e i t h e i ß t , d a ß w i r
w e r d e n d ü r f e n , w a s w i r s o l l e n . "
B e t r a c h t e n S i e a n B e i s p i e l e n d i e s e s W o r t d e s
Hamburger Theologen Thiel Icke, und nehmen Sie
S t e l l u n a d a z u !
�K l a s s e O l m a
K l a s s e n l e i t e r :
S t u d i e n r a t
S U B B E
Wilhelm Ackermann (Chemiker)
Klaus Ahn (Chemiker)
Hans-Peter Berger (Mathematiker)
Rainer Brack ( Offizier)
Joachim Hollburg (Mathematiker)
Hans Klelnhölter (VolksschuMehner
Rolf Niedergärke (Theologe)
Jürgen Oeding (Biologe)
Winfried Ohldort (Realschullehren)
Axel Parche (Philologe)
Rainer Schramm (Volkswirt)
Peter Walger (Marine-Offizier)
K l a s s e O l m b
Klassenleiter: Studienrat SCHULZ
Dieter-Horst Annighöfer (Philologe)
Manfred Buchholz (Elektronik)
Hans-Joachim Ernst (Marine-Offizier)
Joachim Försterling (Maschinenbau-Ing,
Heinz-Jürgen Gerke (Photojournaiist)
Michael Hoedemaker (Mediziner)
Hans-Georg Kiefhaber (Chemiker)
Roland Klare (Naturwissenschaftler)
Herbert Müller (Offizier)
Hans Schneider (VolksschuMehrer)
Heinz-Werner Schult (Mathemariker)
Ludwig Stuckenhoiz (Biochemiker)
Hans-Werner Zeidier (Betriebswirt)
K l a s s e
O l s a
K l a s s e n l e i t e r : O b e r s t u d i e n r a t
S C H W E R B R O C K
Peter Beitrop (Philologe)
Hans-Heinrich Hebler (Theologe)
Hans Hegemann (Philologe)
Frank Heise (Jurist)
Heimut Jaspers (Philologe)
Winfried Knappmeier (Dipl.-Ingenieur)
Bernhard Northoff (Historiker)
Helge-Udo Oestreich (Zahnarzt)
Ralf Pohlmann (Mathematiker)
Bernd Schomecker (Betriebswirt)
Burkhard Schumacher (Pharmazeut)
Heinrich TMImann (VolksschuMehrer)
Günter Tomoschko (Dipl.-Kaufmann) *
Robert Tschiedel (Arzt)
Eberhard Wand (Philologe)
Ulrich Wiechers (Journalist)
K l a s s e O I s
b
K l a s s e n l e i t e r : O b e r s t u d i e n r a t E I L E N T R O P
Wolf Braun (Staatsrechtier)
Jochen Drabe (?)
Heribert Eggert (Ojrlst)
Reinhard Greshake (Pilot)
Johannes-Rüdiger Heising (Betriebswirt)
Günther Lüke (Philologe)
Bernhard Middendorf (VolksschuMehren)
Werner Müller (Designer)
Wolfgang Musen (Offizier)
Wo If gong Relnke (Jurist)
Bernhard Roth (Betriebswirt) „
Ulrich Schünemann (Jürist)
Klaus Schumacher (Psychologe)
Heinrich Stratmann (Philologe)
Udo Zapp (Offizier)
�R E I F E P R Ü F U N G
im Schuljahr 1967/ 1968
D E U T S C H E R
A U F S A T Z
R o b e r t
T s c h i e d e l
K l a s s e O I s
a
J o h a n n e s
B o b r o w s k i :
H O L U N D E R B L Ü T E
I n t e r p r e t l e r e n S i e d a s G e d i c h t
J o h a n n e s B o b r o w s k i ,
,
T a u b e
I s a a k
i c h K i n d w a r ,
I n h ö l z e r n e r S t r a ß e ,
H O L U N D E R B L Ü T E
E s
k o m m t
B a b e l ,
E r s a g t : B e i d e m P o g r o m ,
a l s
m e i n e r
rife man den Kopf ab.
H ä u s e r
m i t Z ä u n e n , d a r ü b e r H o l u n d e r .
W e i ß g e s c h e u e r t d l » S c h w e l l e ,
d i e k l e i n e T r e p p e h l n a b -
D o m a l s , w e i ß t d u ,
d i e B l u t s p u r .
L e u t e ,
es kommen die Jungen Menschen,
I h r
L e u t e , e s m ö c h t d e r H o l u n d e r
s t e r b e n
a n e u r e r V e r g e ß l i c h k e i t .
I h r r e d e t : V e r g e s s e n -
L a c h e n w i e B ü s c h e H o l u n d e r s .
I s t , d o m u ß e i n R u f e r s e i n .
F u r c h t s p r i c h t a u s d e m G e d i c h t , F u r c h t v o r d e m To d e , F u r c h t v o r d e m V e r g e s s e n
u n d d e r W i e d e r k e h r d e s V e r g a n g e n e n . D o c h d e r , d e r
m a h n t ; d e n n w o Ve r g e ß l i c h k e i t
" E s k o m m t B d b e l ,
D a s m u ß d e r R u f e r s e i n . D o c h s c h o n d o s Ve r b " s d g e n " w i d e r s p r i c h t d i e s e r T h e s e .
Viermal klingt uns ruhestiftend der lange Vokal "a" entgegen, und auch der Rhyt-
m u s
l a n g s a m g l e i t e n d z u n e n n e n , a l s r u f e n d . U n d d e n n o c h w e i c h t n i c h t d i e
Erschütterung von uns, die nach dem ersten Lesen eingedrungen Ist und uns nach
denklich gestimmt hat. Dieser verhaltene Ton, der dem ganzen Gedicht eigen Ist,
m a c h t s o g a r s e i n e n b e s o n d e r e n R e i z a u s .
f ü r c h t e t , e r i n n e r t u n d e r
I s a a k . E r s a g t :
I s t e h e r
. . . "
�j e d e d i e s e r G r u p p e n s e c h s Z e i l e n , d o c h h a b e n s i e
E i n e n e b e n s o l c h e n R e i z b e w i r k t d i e F o r m . D e r D i c h t e r v e r z i c h t e t a u f d e n R e i m ,
und wenn ich im Weiteren von Strophen spreche, dann müßte ich besser Versgrup
p e n s a g e a Z w a r h a t n ä m l i c h
sonst nichts mehr gemeinsam mit Strophen anderer Gedichte oder gar Lieder. Ein
i s t d i e S p r a c h e d e s D i c h t e r s . W e n n m a n d i e e r s t e n z w e i e i n h a l b Z e i
f a c h u n d k a r g
l e n d e s G e d i c h t e s
l i e s t , g l a u b t m a n , e s w e r d e e i n s t i c h w o r t a r t i g e r B e r i c h t ü b e r
e i n e Z e u g e n a u s s a g e
s a g e n : " E s k o m m t " u n d " E r s a g t : " k l i n g t e i n N a m e . M a n h a t d e n E i n d r u c k , e i n e n
G e r i c h t s d i e n e r z u h ö r e n , v i e l l e i c h t a u c h e i n e n a u ß e n s t e h e n d e n K o m m e n t a t o r , d e r
s a g t : " E s k ä m m t .
. " u n d d a n n v o n e i n e r L i s t e d e n N o m e n a b l i e s t . D i e s e r E i n d r u c k
e n t s t e h t s c h o n d u r c h d i e W o r t s t e l l u n g , d e n n s i c h e r
Liste stehen aber viele Namen, und wenn hier nur einer herausgegriffen ist, danm
w i r d s e i n e A u s s a g e
f o l g e n . E i n g e s p a n n t z w i s c h e n ä h n l i c h e n , s e h r s c h l i c h t e n A u s
f ü r d i e v i e l e r s t e h e n .
I s a a k d e r Vo r n a m e . A u f e i n e r
i s t
.
W i e z u f ä l l i g g e w ä h l t e r s c h e i n t d e r N a m e , d o c h s c h o n b e v o r w i r n u r e i n e Z e i l e w e i
t e r g e l e s e n h a b e n , s e h e n w i r u n s
i n e i n e n g a n z b e s t i m m t e n L e b e n s b e r e i c h g e f ü h r t :
die Welt der Juden. Auch trägt der Name durch seine Bezüge zum Alten Testament
v i e l e Vo r s t e l l u n g e n a n u n s h e r a n , d i e u n s z u e i n e m
t i e f e r e n Ve r s t ä n d n i s d e s Te x
t e s h e l f e n k ö n n t e n . B a b e l u n d
I s a a k v e r b i n d e n w i r m i t d e m z ü r n e n d e n u n d d e m g ü t i
g e n G o t t . D o c h w o z u
i s t d i e s e s V o l k a u s e r w ä h l t ?
D a s S u b s t a n t i v " P o g r o m " , b e t o n t d u r c h s e i n e E n d s t e l l u n g , w e c k t
E r i n n e r u n g e n .
Und hier fällt uns zum erstenmal etwas auf, das für das ganze Gedicht von einzig
a r t i g e r B e d e u t u n g
von Vorstellungen wach, die dem Wort offenbar zugehören. So ist also die verhal
t e n e S p r e c h w e i s e n i c h t w i l l k ü r l i c h g e w ä h l t , s o n d e r n s i e e r m ö g l i c h t e s a l l e i n , d a ß
d e r L e s e r s i e m i t
d u r c h S a t z z e i c h e n , d u r c h E n j a m b e m e n t s , d u r c h Z ä s u r e n .
f ü l l t . S t a t t m a l e n d e r A d j e k t i v e s e t z t d e r D i c h t e r P a u s e n
i s t . A l l e i n d a s N e n n e n e i n z e l n e r W ö r t e r r u f t
f u r c h t b a r e
i n u n s e i n e V i e l z a h l
I n h a l t
S a w i r d a u c h d a s F o l g e n d e n i c h t b l o ß e s E r z ä h l e n s e i n , w i e m a n v e r m u t e n k ö n n t e ,
w e n n m a n d i e K o n j u n k t i o n " a l s "
I m p e r f e k t b e t r a c h t e t , d e r h i e r z u n ä c h s t k a u m e r w ä h n e n s w e r t s c h e i n t .
l i e s t u n d d e n W e c h s e l d e r Z e i t e n v o m P r ä s e n s z u m
i c h K i n d w a r " , w e i s t u n s s i c h e r n i c h t n u r
D i e Z e i l e : " a l s
i n d i e V e r g a n g e n h e i t .
S i e r ü c k t n i c h t n u r d i e Z e i t d e r P o g r o m e z u n ä c h s t v o n u n s a b , u m s i e s p ä t e r u m
s o e r s c h r e c k e n d e r v o r u n s w i e d e r e r s t e h e n z u
k e n ü b e r l e b t h a t ,
t r i t t a l s B i n d e g l i e d a u f , d e n n e r k a n n e r z ä h l e n , w a s e r w a r .
l a s s e n . D e r M e n s c h , d e r d i e S c h r e k -
�Doch nicht nur den Eindruck von etwas Vergangenem verstärkt das Substantiv
"Kind". Ein Kind ist unschuldig. Aber ein Kind muß auch erst versuchen, die
Welt zu verstehen, Indem es Vorgänge beobachtet. Und dieses Kind versteht
nicht! Wie eine Anklage klingen die Worte:
" m e i n e r Ta u b e r i ß m a n d e n K o p f o b . "
Alle Bezeichnungen der Umstände und der Zelt sind vorweggenommen, und der
Satz Ist ganz auf diese beiden Schlußzellen hin gebaut. Doch auch sie sagen nicht
d i r e k t , w a s w a r .
Fast sanft setzt die vorletzte ein, um nur noch krasser, durch ein Enjambement
hInUbergeführt, gegen die letzte zu prallen. Nicht allein die Wortwahl enthüllt
eine unmenschliche Brutalität. Der Rhythmus würde genügen, sie durch seine
plötzliche Stelgerung deutlich zu machen. Nachdem die Verbform "riß" den Gegen
satz durch die starke Betonung verdeutlicht hat, fällt der Satz zum Artikel hin
noch einmal ab, um In der doppelten Hebung: "... Kopf ob." einen absoluten Gipf
e l
fi n d e n .
z u
Dieses Brutale geschieht an einer Taube, die offenbar dem Kind besonders lieb
Ist. Und von wem? "man", sagt der Dichter. Und warum? Der Dichter sagt es
n i c h t u n d k a n n e s n i c h t s a g e n : e s
I s t s i n n l o s e s M o r d e n . U n d s i c h e r w i r d e s n i c h t
nur am Tier geschehen. Wenn Grausamkeit schon am bloßen Zeichen so sichtbor
wird, wie I a es dann mit den Menschen geschehen? ! Auf einem Gipfel war das
Ende der ersten Strophe stehengeblieben. Es drängt auf Entspannung, hallt nach
I n Z w i s c h e n r a u m h i n e i n u n d
l ä ß t e i n e n n e u e n K o n t r a s t e n t s t e h e n .
Wieder durch eine Reihe von Nennungen läßt der Dichter nämlich vor uns ein Bild
entstehen, dos gor nicht zu der Erinnerung aus der ersten Strophe passen will.
Aus der Vergangenheit schwenkt der Dichter unvermittelt In die Gegenwart, der
er In den letzten zwei Zellen wieder Vergangenes entgegensetzt. In einem nun
typisch gewordenen Wechsel der Perspektiven.
Als unerwartet ruhig habe Ich das Bild bezeichnet, eine Idylle möchte Ich es
f a s t
n e n n e n .
Häuser sind hier wohl weniger Bauwerke, als vielmehr kleines Eigentum fried
lich und arglos lebender Menschen. Dazu gehört ein Zaun, eine weiß gescheuer
te Schwelle, eine kleine Treppe, und aus dem" Haus blickt man auf eine Straße,
d i e
d e r D i c h t e r
" h ö l z e r n "
n e n n t .
W a s d i e s e s A d j e k t i v b e d e u t e t , fi n d e t m a n a m b e s t e n , w e n n m a n d a s e r w a r t e t e
A d j e k t i v " s t e l n e r n " d a g e g e n s e t z t . S t e i n e s i n d k a l t u n d
l e b l o s . H o l z d a g e g e n
w a r m , a n h e i m e l n d . S t e i n h ä u s e r s i n d
S t u r m e r w a r t e t . D i e A l l i t e r a t i o n e n : " H ä u s e r , h ö l z e r n u n d H o l u n d e r " s c h a f f e n
e i n a b g e r u n d e t e s B i l d .
I s t
f e s t , H o l z b e n u t z t d e r B a u h e r r , d e r k e i n e n
5 9
�Geheimnisvoll und dunkel erklingen diese Zellen, und wieder sind es die Vokale, die
Ihnen Ihren Charakter geben. Immer deutlicher wird das Wissen, um etwas Schreck
liches, das in Zeichen nur vergegenwärtigt wird und das sich an einer sorglosen Ge
genwart reibt.
Das Substantiv "Blutspur" offenbart die Art dichterischer Aussage hier. Was verbirgt
sich denn wirklich dahinter, wenn der Dichter Isaak sagen läßt, man habe seiner Tau
be den Kopf abgerissen, was, wenn er Ihn sich an eine Blutspur erinnern läßt? Das
Morden, der Schrecken, Ja, alle grauenhaften Unmenschlichkelten der Judenverfol
gungen finden offenbar keine treffenden Worte mehr. Und ob wir nun an die der Natio
nalsozialisten oder an frühere Verfolgungen denken. Immer genügt schon ein Zeichen,
um Entsetzen In uns aufquellen zu lassen. Diese Mitte der Handlung Ist ausgespart,
und die erschütternde Wahrheit einzufüllen, bleibt dem Leser überlassen. Und wer die
se Wahrheit kennt, kann nur die Gegenwart in Frage stellen, in der alle nur verges
sen möchten und so tun, als sei nichts gewesen. Isaak kennt die Wahrheit, und der
Dichter kennt sie. Und wenn In der letzten Strophe das Präsens erneut auf taucht, dann
sind hier offenbar die Stimme Isaak's und die des Dichters verschmolzen. Gemeinsam
e r m a h n e n s i e u n s , n i c h t z u v e r g e s s e n .
" L e u t e " , s p r e c h e n s i e u n s a n s ,
" I h r r e d e t ; V e r g e s s e n - "
und das Verb "reden" klagt schon gleich eine gewisse Oberflächlichkeit an. Und wir
lesen: "Es kommen die jungen Menschen", dann müssen wir ganz einfach vergleichen
mit Isaak, von dem es parallel dazu heißt: " Es kommt
Das Lachen gehört zu diesen jungen Leuten, die die Schrecken nicht mehr selbst er
fahren haben, wie der Holunderbusch In den Garten Ihrer reinlichen Häuser gehört.
Und man tut dem Vergleich keine Gewalt an, wenn man sagt, das Lachen gehe von Ih
nen aus, wie die Ästchen in der Holunderdolde, die sich ausbreiten. So wuchert Ihr
L a c h e n , d a s a l l e s b e d e c k t .
So lachen kann aber nur, wer vergessen hat. Doch Isaak und der Dichter sehen die
große Gefahr, wenn sie, die Wissenden, In beschwörendem Ton mahnen:
I s a a k . "
B a b e l ,
" L e u t e , e s m ö c h t ' d e r H o l u n d e r s t e r b e n
a n e u r e r V e r g e ß l i c h k e i t " .
Offensichtlich trägt das Verb "sterben" einen ganz besonderen Ton, da hier alle An
deutungen des Anfangs konkret In einem Wort ausgesprochen werden. Doch wieder
bleibt das Wesentliche ausgespart, oder es wird zumindest In einem Bild verhüllt.
Es droht, daß der Holunder stirbt.'Zur abschließenden Deutung dieses
�D a z u g e h ö r t a u c h d e r H o l u n d e r. Z u m e r s t e n m a l
T i t e l d e s G e d i c h t s , d e n w i r b i s h e r h i n t a n g e s t e l l t h a b e n , u m
z u
d e u t e n .
t a u c h t h i e r e i n e B e z i e h u n g a u f z u m
i h n a m E n d e u m f a s s e n d
l ä ß t . H o l u n d e r b l ü t e n s i n d w e i ß , u n d w e i ß g e s c h e u e r t
I s t e i n e B e z i e h u n g , d i e s i c h ü b e r d e n P u n k t h i n t e r " H o l u n d e r " h l n a u s
E r s t a u n l i c h
z u r n ä c h s t e n Z e l l e h e r s t e l l e n
I s t d i e S c h w e l l e . O f f e n b a r h a t d i e w e i ß e F a r b e a l s d i e d e r U n s c h u l d , d e s U n b e f l e c k
t e n e i n e b e s o n d e r e B e d e u t u n g
i n d i e s e m G e d i c h t . A u f d i e S c h w e l l e b e z o g e n h a t d i e
w e i ß e F a r b e d i e s y m b o l i s c h e B e d e u t u n g , d a ß n u r d o s R e i n e Z u t r i t t h a t . W i r d e n k e n
a n d i e e r s t e S t r o p h e u n d s t u t z e n . W e i ß g e s c h e u e r t , d o s h e i ß t a b e r a u c h , d a ß e t w a s
g e w e s e n s e i n m u ß , S c h m u t z , d a s a b z u s c h e u e r n w a r. N o c h w i s s e n w i r n i c h t , w a s e s
w a r. W i r k ö n n e n e s n u r a h n e n , d e n n o f f e n b a r h a t
I s a a k a u f g e h ö r t z u e r z ä h l e n . V i e l
l e i c h t
m e n l e b e n
f ü h r t , w o d i e M e n s c h e n z u s a m
I d y l l i s c h n e n n e n d u r f t e .
i n e i n e m Z u s t a n d , d e n
i s t e r e s , d e r u n s
i n s e i n D o r f ,
i n s e i n H a u s
I c h s i c h e r
E i n G e d a n k e n s t r i c h , w i e d e r w e c h s e l t d i e Z e l t . E i n g e l e i t e t d u r c h d i e z e l t l i c h e K o n
j u n k t i o n " d a m a l s " ,
I n d e m d e r E r z ä h l e n d e w i e d e r s e i n e S t i m m e h e b t .
f o l g t e i n S a t z ,
M u ß t e n w i r b e i s e i n e n e r s t e n W o r t e n n o c h
e r s i c h h i e r a n e i n k o n k r e t e s D u . " .
den Zuhörer näherzukommen, und er bezieht Ihn ganz in seine Wirklichkeit ein.
f r a g e n t " W e m s a g t e r d a s ? " , s o w e n d e t
l a u t e t s e i n e A n r e d e , a l s b ä t e e r
, w e i ß t d u , "
.
.
B i l d e s b l i c k e n w i r d o c h n o c h e i n m a l z u m Ti t e l d e s G e d i c h t e s u n d v e r f o l g e n d i e B e
deutung des Bildes vom Holunderstrauch durch dos Gedicht. Mit der Überschrift
" H o l u n d e r b l ü t e " k a n n z w e i e r l e i g e m e i n t s e i n : E i n m a l k ö n n t e e s d i e w e i ß b l ü h e n d e
D o l d e s e i n - a u f d i e B e d e u t u n g d i e s e r F a r b e h a b e
i c h s c h o n h i n g e w i e s e n . - W a h r
s c h e i n l i c h
i n d e m d e r H o l u n d e r b l ü h t . W e n n w i r o l l e
B e z ü g e
R e i n h e i t , d e r R u h e u n d d e s F r i e d e n s s e i n m u ß . E i n e Z e l t ,
g l e i c h
i m G e d i c h t d a r a u f h i n p r ü f e n , d a n n s t e l l e n w i r
l e t z t e n S t r o p h e z e i g t , n u r L a c h e n g i b t .
f e s t , d a ß e s e i n e Z e i t d e r
i s t e s o b e r d e r Z e l t a b s c h n i t t
I n d e r e s , w i e d e r V e r
I n d e r
D o c h w e n n d e r Z e l t a b s c h n i t t d e s B l ü h e n s g e m e i n t
S i c h e r h e i t w e r d e n d i e w e i ß e n B l ü t e n z u b r a u n - b l a u e n F r ü c h t e n , d i e z u m V e r m o
d e r n
I s t d a n n
I s t , w a s
z u r E r d e
i m W i n t e r ? M i t
f a l l e n .
)ie nächste Tanzsaison in Münsters großem Tanzkiubhaus
■anzschule GREBE, Windthorststraße 66 - Ruf 45058
m o d e r n
b e s c h w i n g t
in ihren Räumen,
in Kursen und Bällen,
f o l g r e i c h
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j u g e n d n a h
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U n t e r r i c h t s m e t h o d e
durch besondere Pflege von
W e l t t a n z p r o g r a m m u n d M o d e t ä n z e n
lei Klassenmeldung Sonderhonorar 30.-DM
i s t b e d r ü c k e n d , z u m a l w i r w i s s e n , w e l c h e e n t s e t z l i c h e S c h r e k -
D i e s e S i c h e r h e i t
k e n s z e l t z u r ü c k k e h r e n w ü r d e . D i e ä n g s t l i c h e B e d ä c h t i g k e i t d e s D i c h t e r s h ä t t e n
w i r n o c h e r t r a g e n . D o c h n u n
d i n g b a r ? "
I s t s o l c h e s S c h i c k s a l w i r k l i c h u n a b
f r a g e n w i r
l a u t : "
D e r D i c h t e r d e u t e t u n s e i n e n A u s w e g . D i e P r ä p o s i t i o n " a n "
s o w i e d i e Ve r b f o r m " m ö c h t e " s o g e n e s u n s g a n z o f f e n : D e r H o l u n d e r w i r d n i c h t
s t e r b e n , w e n n
e r n d e n D r o h u n g
a l s R u f e r u n d M a h n e r, W i e e s
Vergangenes durchdringen und letztlich zu einer durch die Erinnerung an Vergange
n e s e r w s r l t i e r t e r t G e g e n w a r t v e r s c h m e l z e n , d a m i t
l e b e n z u m ü s s e n . D o c h d i e W e l t b r a u c h t d i e , d i e W i s s e n d e n s i n d ,
i m G e d i c h t g e s c h i e h t , m ü s s e n s i c h G e g e n w a r t u n d
I h r n i c h t v e r g e ß t , w a s w a r . Z w a r
I s t e s g r a u s a m , u n t e r d i e s e r d a u
. Z u k u n f t R e t t u n g s e i
l e t z t e n Z e l l e
i n d e r
i n d e r
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W a n d e r f a h r t
- 7 . 1 0 . B e g l e i t e r : O S t R S c h w e r b r o c k , O S t R K l o c k e n b u s c h
n a c h
O R L E A N S
S t R H e i n r i c h D ü t z
z u m O S t R
e r n a n n t
OII mb Wänderfahrt ins WESERBERGLAND
Begleiter: OStR Franzenburg
UI so Wander- und Studienfahrt in der) HARZ,St.Andreas,
Z o n e n g r e n z e
B e g l e i t e r : O S t R E h r h a r d t , S t R G r e s h a k e
U I s b S t u d i e n f a h r t n a c h H O L L A N D
B e g l e i t e r : S t R G r u h n , S t R B o z e t t i
Ol sb Wander- und Studienfahrt nach LÜDENSCHEIDT
Begleiter: StR Eilentrop StRef Geck
W A N D E R T A G
Wanderfahrt des Chores noch XANTEN .ui?d NIYMEGEN
B u r g K a r l d . G r ,
Begleiter: OStR Allerup, StA Ruhr
um b Fahrt noch KÖLN "Römer und Rhein"
B e g l e i t e r : S t A J a h n G a l l e n
UI m Fahrt nach DORTMUND,Besichtigung d, Hoesch-Werke
Begleiter: OStR Hagemann
O l m a + b S t u d i e n f a h r t n a c h B E R L I N
Begleiter: StR Subbe, StR Schulz, StA Kowsky
StR Dr. Niklsch wird am 1 .Febr. auf eigenen Antrag an
die UNI GÖTTINGEN versetzt
D r . Va h r e n h o l d w i r d a n d i e S c h u l e ü b e r w i e s e n
L A T E I N u n d G E S C H I C H T E
S t A G ü n t e r R a t h w i r d z u m S t R e r n a n n t
OStR Dr. E. Lütgen 40 Jahre Im Schuldienst am
C . S C H L A U N - G v m n a s l u m
30.4, Folgende StR werden zum OStR ernannt: Otto VIIIis,
Adolf Scheidt, Georg Gresharke, Elmar Bozetti,
D a n k f r i e d K l e i n s c h m i d t u n d D i e t r i c h B u f f
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